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Bundesweites Symposium - der Stiftung Hänsel & Gretel

vom Samstag, den 5. Mai 2001, in Karlsruhe Kongresszentrum

„Hilfe und Geborgenheit für mißbrauchte Kinder im Strafverfahren”

unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Erwin Teufel

Sexueller Mißbrauch von Kindern ist für die Opfer eine traumatische Erfahrung, die häufig eine Kindheit zerstört und ein Leben lang nachwirkt. Zu der unmittelbaren Schädigung kommen verstärkende Einflüsse durch unangemessene und Reaktionen des sozialen Umfeldes und belastende Vernehmungen und Konfrontationen im Strafverfahren. Die inzwischen mehr und mehr erkannten Belange der Opfergerechtigkeit im Strafverfahren fordern, daß insbesondere den besonders sensiblen kindlichen Opfern des sexuellen Mißbrauchs kein zweiter Opfergang im Strafverfahren zuzumuten ist. Daraus folgt vor allem das Prinzip der möglichst schonenden Vernehmung entsprechender Opferzeugen, das inzwischen auch in der Strafprozeßordnung Anerkennung gefunden hat. Ohne eine kindgerechte Anpassung der strafprozessualen Vernehmung ist das vorgegebene Ziel aber nicht zu erreichen.

Die Stiftung "Hänsel und Gretel" hat dies frühzeitig erkannt und engagiert sich seit 1997 ideell und finanziell bei der bundesweiten Einrichtung kindgerechter Video-Vernehmungszimmer für die polizeiliche bzw. richterliche Vernehmung von Mißbrauchsopfern. Nachdem hier weit gestreut erste positive Ergebnisse erlangt werden konnten, sollen neue Perspektiven des kindlichen Opferschutzes im Rahmen des eintägigen in Karlsruhe grundsätzlich mit Experten und Praktikern aus Wissenschaft und Praxis diskutiert werden. Nur so kann der gesetzlich hervorgehobene Opferschutz auch in die Praxis umgesetzt werden.

Das Symposium beginnt mit einem Grundsatzreferat zur Kriminologie des sexuellen Mißbrauchs und der Folgen im Strafverfahren sowie daraus abzuleitender Konsequenzen für den Opferschutz und die Opferhilfe. Die Referentin - Frau Dr. Barbara Stekl - hat dazu nicht nur eine umfangreiche und anerkannte wissenschaftliche Studie vorgelegt sondern arbeitet auch praktisch in dem Wiener Opferhilfeverein MÖWE. Wissenschafliche Analyse und praktische Arbeit dienen allein den Anregungen für die Verbesserung der Opfersituation.

Prof. Dr. Helmut Kury befaßt sich seit langem wissenschaftlich und in der forensischen Praxis als psychologischer Gutachter mit Problemen des Opferschutzes. Er wird sich in seinem Referat eingehend mit der psychischen Vernehmungssituation des kindlichen Opfers auseinandersetzen und Lösungsmöglichkeiten zwischen der juristischen Pflicht zur Wahrheitsermittlung und Opferschutz und Opferhilfe aufzeigen. In den Nachmittag führt Prof. Dr. Dieter Rössner mit einem Referat zu den juristischen Möglichkeiten der schonenden Vernehmung von kindlichen Opfern ein. Er vertritt seit langem die Forderung nach einer opferbezogenen Strafrechtspflege und hat in diesem Zusammenhang 1999 beim Juristentag in Bremen die konsequente Verfolgung des Strafverfahrensprinzips "Opferschutz" gefordert.

Im Folgenden werden die Erkenntnisse aus den Referaten mit erfahrenen Praktikern aus verschiedenen Berufsfeldern auf ihre Anwendung im

Justizalltag hin geprüft. Ein Schwerpunkt soll dabei das Video-Vernehmungszimmer bilden.

Das Symposium wendet sich an alle, denen die Stärkung von Opferschutz und Opferhilfe im Strafverfahren ein Anliegen ist: Juristen, Psychologen, Sozialarbeiter, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und alle Bürgerinnen und Bürger, die sachliche Informationen über die Situation von Verbrechensopfern wünschen und eventuell helfen wollen.

Leitung:

Teilnehmer:

Vors. Richter am LG Tübingen Günther Grebe
Staatsanwalt
Rechtsanwalt
Polizei
Sozialarbeit/Jugendhilfe

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