anti-kinderporno.de

Bindung und Zuneigung bei misshandelten Kindern

Folgen von emotionaler Vernachlässigung in der Kindheit

Einleitung

Oft gestellte Fragen

  • Was ist Zuneigung?
  • Was ist Bindung?
  • Sind Bindung und Zuneigung genetisch?
  • Was sind Bindungserfahrungen?
  • Wann sind diese Zeitfenster?
  • Was geschieht, wenn dieses Zeitfenster verpasst wird?
  • Gibt es Klassifizierungen für Zuneigung?
  • Welche weiteren Faktoren beeinflussen Bindung und Zuneigung?
  • Wie beeinflussen Mißbrauch und Vernachlässigung die Zuneigung?
  • Ist die Ursache von Zuneigungsproblemen immer Missbrauch?
  • Wie kann ich helfen?

Vorbemerkung:

Von besonderer Bedeutung für Pflegeeltern von traumatisierten Kindern ist die im folgenden Artikel beschriebene Begriffsdifferenzierung ZUNEIGUNG versus BOND:

Bond umfasst pathologische Bindungen, z.B. Opfer-Täter-Fixierungen, die von naiven Richtern und sogar Jugendamtsmitarbeitern gerne für die Begründung von Verbleibens-, Rückkehr- oder den Umfang von Umgangs-Anordnungen missbraucht werden. Bondage wird mit Hörigkeit übersetzt, und das trifft die Sachlage bei sexuellen Mißbrauchsverhältnissen oft. Darüber hinaus sind die praktischen Empfehlungen von Perry hilfreich und nützlich. C.M.

Einleitung

Die wichtigste Eigenschaft eines Menschen ist die Fähigkeit, Beziehungen zu anderen Menschen zu bilden und zu erhalten. Diese Beziehungen sind für jeden von uns absolut notwendig, um zu überleben, zu lernen, zu arbeiten, zu lieben und sich zu fortzupflanzen. Zwischenmenschliche Beziehungen haben viele Formen, aber die intensivsten, angenehmsten und schmerzhaftesten sind die Beziehungen zu Familie, Freunden und geliebten Menschen. Innerhalb dieses inneren Kreises inniger Beziehungen sind wir miteinander durch „Gefühlsleim“ aneinander gebunden – gebunden durch Liebe.

Die Fähigkeit, Beziehungen mit Hilfe dieses “Gefühlsleims” zu bilden und zu erhalten, ist bei jedem Einzelnen anders. Manche Leute scheinen „von Natur aus“ liebesfähig zu sein. Sie bilden zahlreiche innige und liebevolle Beziehungen und genießen es. Andere sind nicht so glücklich. Sie fühlen keine Neigung dazu, innige Beziehungen zu bilden, haben wenig Vergnügen daran, mit anderen zusammen oder ihnen nahe zu sein. Sie haben wenige und unverbindlichere Freundschaften, wenn überhaupt, weniger Gefühlsleim innerhalb der Familie. In Extremfällen kommt es vor, dass ein Einzelner überhaupt keine heile Gefühlsbindung zu irgend jemandem hat. Sie haben mit sich selbst genug, sind unnahbar oder zeigen gar klassische neuropsychische Anzeichen von Schizophrenie oder Autismus.

Die Fähigkeit und der Wunsch, Gefühlsbindungen aufzubauen, hängt mit der Organisation und dem Funktionieren spezieller Teile des menschlichen Gehirns zusammen. Genauso wie das Gehirn es uns erlaubt zu sehen, zu schmecken, zu fühlen, zu denken, zu sprechen und uns zu bewegen, ist es das Organ, das es uns erlaubt zu lieben – oder nicht. Die Systeme im menschlichen Gehirn, die es uns erlauben, Gefühlsbindungen zu bilden und zu erhalten, entwickeln sich während der Kindheit und der ersten Lebensjahre. Die Erfahrungen während dieser frühen verletzlichen Lebensphase formen entscheidend die Fähigkeit, innige und gesunde Gefühlsbindungen zu bilden. Mitgefühl, Zärtlichkeit, Teilen, Beherrschung der eigenen Aggression, Liebesfähigkeit und eine Menge anderer Charakteristiken einer gesunden, glücklichen und konstruktiven Person hängen von der prinzipiellen Bindungsfähigkeit ab, die in der Säuglingszeit und frühen Kindheit ausgebildet werden.

weiterlesen

Quelle

nach oben