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Sexualstraftäter und ihr Dienst an der „guten” Gesellschaft:
Eine Streitschrift.
Grausige Tatsachen
Der Bedarf an „Grünkram“ und „Frischfleisch“, wie die Ware „Kind“ von Händlern, sonstigen Profiteuren, Benutzern und Endabnehmern bezeichnet wird, ist immens; die Tendenz weiterhin steigend.
Pädokriminelle „brauchen“ im Verlauf der Zeit nicht nur ein Mehr an (oftmals „exotischer“) Brutalität, sondern auch neue, „frische“ Kinder, denn die „benutzten“ Kinder werden selbstverständlich älter und stumpfen mit der Zeit völlig ab, was sie für die Täter uninteressant macht. Sie wollen lebendes Fleisch, solches, das noch „zuckt“.
In den „Hardcore“-Kreisen ist die Halbwertszeit für ein Kind besonders kurz, und da gibt es ein zusätzliches Problem: Nach erfolgter Folter - im Volksmund „Kinderschändung“ genannt - mit nachfolgender (oftmals ritueller) Ermordung muss „es entsorgt“ werden. Und tatsächlich waren in der Vergangenheit öfters Kinderleichen gefunden worden; in Belgien auch solche, die den Endabnehmern noch gar nicht zugeführt worden waren. Der Grund dafür ist einfach: das „Beweismaterial“ musste vernichtet werden, denn mehr waren die Kindern ab dem Zeitpunkt der Entdeckung für Dutroux und Co. nicht. Und das Problem bei jedweder Form von Sklaverei ist eben dies: Menschen können sprechen, und Kinder sind Menschen, auch wenn sie im Allgemeinen nicht als solche behandelt werden.
Politik und Öffentlichkeit standen im Falle von Dutroux damals Kopf. Das wird in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder geschehen. Aber von den meisten Fällen erfahren wir ohnehin nichts.
Bei entführten oder verschwundenen Kindern stellt man auch hierzulande immer noch keine (ausreichende) Verbindung zur organisierten Kriminalität, zu satanischen oder germano-faschistoiden Sekten, pädokriminellen Zirkeln und ähnlichem Gezücht her. Man betrachtet „Einzelfälle“, und das ist ungeheuerlich, unverantwortlich und feige.
Aktualisierte und stark erweiterte Version. Artikel ursprünglich erschienen in:
ak Analyse & Kritik, Zeitung für linke Debatte & Praxis (Innenpolitik), Hamburg 5. Juni 1997: Verantwortungsabgabe und Aggressionsverschiebung: Sexualstraftäter und ihr Dienst an der „guten“ Gesellschaft. S. 29-30.
Quellen:
Sander J. Breiner, 1990, Slaughter of the Innocents - Child Abuse through the Ages and Today, Plenum Press, New York.
Norbert Klose, 2002, Zur Beratung von Männern, die ihre sexualisierte Gewalt gegen Kinder nicht mehr wollen, In: Männer gegen Männer-Gewalt (Hrsg.), Handbuch der Gewaltberatung, Hamburg 2002, S. 59-81.
Carol Hagemann-White, 1992, Strategien gegen Gewalt im Geschlechterverhältnis, Centaurus, Pfaffenweiler.


