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Die Pädophilokratie

Aus Brüssel....
David McGowan
August 2000

Die Empörung wuchs mit der wachsenden Anzahl der Festnahmen und dem Bekanntwerden von hochrangiger Mitwisserschaft bei Polizei und Regierung. Jean-Michel Nihoul, ein Dutroux-Komplize gestand, er habe auf einem belgischen Schloß für Regierungsbeamte für ein früheres Europaausschußmitglied und für einige Mitglieder der Sicherheitskräften eine Orgie veranstaltet. Ein belgische Senator kommentierte, diese Feste seien "Teil eines bis heute funktionierenden Systems, der dazu dient, die hochrangigen Teilnehmer zu erpressen."

Im September wurden 23 Verdächtige - davon mindestens 9 Polizeibeamte - festgenommen und zu ihrer möglichen Mitwisserschaft bei den Verbrechen oder Fahrlässigkeit bei der Untersuchung befragt. Die Los Angeles Times berichtete in knapp 2 Sätzen, die Festnahmen seien "der jüngste Indikator für eine mögliche Beteiligung der Polizei im südbelgischen Charleroi an der Vertuschung der angeblichen Verbrechen des Marc Dutroux".

Die Festnahmen erfolgten nach Zugriffen auf die Wohnungen der Beamten sowie im Hauptquartier der Polizei von Charleroi und stützten sich auf Angaben des als Komplizen schon angeklagten Polizeiinspektors Georges Zicot. Drei Richter waren nach Presseberichten auch verhört worden.

Nur einige Tage vor den Festnahmen verhaftete die Polizei 5 Verdächtige im Mordfall Cools, einschließlich eines ehemaligen Landesregierungsministers namens Alain VanderBiest. Seltsamerweise stand in der New York Times, "daß die Polizeiuntersuchung des Mordfall Cools aus dem Jahr 1991 neuen Aufwind durch Aussagen von Festgenommenen im Fall Dutroux bekommen hat". Im Telegraph war zu lesen , daß Cools kurz vor seinem Tod "schockierende Enthüllungen" versprochen hatte.

Ein letzter Tropfen brachte am 14. Oktober das Faß zum überlaufen: Jean-Marc Connerotte, der in dem Fall als Untersuchungsrichter diente, wurde von dem belgischen Obersten Gerichtshof entlassen. Connerotte genoß bei der Bevölkerung den seltenen Ruf eines redlichen Justizbeamten, der die Anklage tatsächlich vorantrieb, statt sie zu behindern. Er wurde vom News Telegraph als "der Einzige im Justizsystem, der das Vertrauen der Bevölkerung genießt", beschrieben.

Der New York Times zufolge wurde Connerotte "ein Volksheld, nachdem er im August 2 Kinder aus dem geheimen Folterkeller eines überführten Kinderschänders befreit, und die Untersuchung, die zur Entdeckung von den Leichen von vier von einem Kinderpornografiering entführten Mädchen angeordnet hatte." 1994 hatte er zusätzlich drei verdächtige Männer im Mordfall Cools verhaften lassen - gerade bevor der Fall seiner Zuständigkeit enthoben wurde.

Seine Entfernung vom Fall Dutroux bewirkte einen landesweiten Aufschrei der Empörung. Die Times schrieb: "Hunderttausende hatten dem Gerichtshof um seine Wiedereinsetzung ersucht. "Die Gemüter waren zusätzlich erhitzt durch die Behauptung des Anklägers Michel Bourlet, der sagte, das Beweismaterial deute darauf hin, daß ein Pädophilenring aus Reichen und Mächtigen seit 25 Jahren von oberster Stelle beschützt würde.

Die Familien von Dutroux´ Opfern riefen nach einem Generalstreik, und aus Protest verließen Männer und Frauen landesweit ihre Arbeit, Bus- und Bahnarbeiter brachten die Städte zum Stillstand. Der Telegraph schrieb: "In Lüttich drehten die Feuerwehrleute ihre Wasserschläuche gegen das Gerichtsgebäude der Stadt", um die massive Säuberung zu symbolisieren, die anstand.

Am 20. Oktober gingen 350,000 ganz in weiß gekleideten Bürger dieses winzigen Volkes auf die Straßen von Brüssel, um die Reform eines Systems zu fordern, die korrupt genug war, um Vergewaltiger, Folterer und Kindermörder zu beschützen. Das politische Endresultat sah so aus, daß Belgiens Staatspolizeichef, Innenminister und Justizminister zurücktreten mußten - vermutlich ein Notopfer, um die wütende Bevölkerung zu beschwichtigen und einen Aufstand zu verhindern, besonders nachdem Dutroux durch "polizeiliche Inkompetenz" entkommen und im April 1998 kurze Zeit auf freiem Fuß blieb.

Teil I hier weiterlesen

Auszug aus dem Buch mit dem vielsagenden Titel "Sie werden belogen".
Nicht autorisierte Übersetzung
Glenys

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