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Die Hölle der Kindheit
Buchtipps zur „Geheimakte R”, Teil 3
In den letzten Jahren wurden immer mehr Fälle von Kindesmisshandlung angezeigt. Für die Strafverfolgung ist entscheidend, dass die Verletzungen der Opfer zweifelsfrei dokumentiert sind - eine schwierige Aufgabe für Rechtsmediziner und Neuropsychologen. Hier eine Auswahl an Büchern zum Thema. Mehr dazu in der Broschüre mit Leseempfehlungen zur „Geheimakte R” bei der Stiftung Lesen.
Jane Elliott
Ausgeliefert
Wie ich die Hölle meiner Kindheit überlebte
Blanvalet Verlag, München 2006
Euro 16,95
Ihr Stiefvater Richard ist ein cholerischer Tyrann. Im Stillen nennt sie ihn Widerling, der ihr Leben zur Hölle macht. Der Horror beginnt, als Jane vier Jahre alt ist. Richard beherrscht mit seinem Sadismus und seiner Aggressivität die ganze Familie. Alle müssen nach Außen die perfekte Harmonie vorspielen, doch was im Haus vor allem mit Jane geschieht, lässt sich kaum in Worte packen. Weder Nachbarn noch Lehrer bekommen etwas mit, niemand wird auf die Qualen aufmerksam. Brutale körperliche Misshandlungen, eiskalte Psychospielchen sowie sexueller Missbrauch dauern für Jane 17 lange Jahre. Erst dann hat sie den Mut zu fliehen. Jane Elliott will Opfern Mut machen, sich endlich zu wehren. Ein Buch, das Augen öffnet.
Andreas Marneros
Schlaf gut, mein Schatz
Eltern, die ihre Kinder töten
Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2003
Euro 22,90
„Bevor man verurteilt, muss man verstehen. Und bevor man verstehen kann, muss man wissen.” Danach handelt der Psychiater und Gerichtsgutachter Andreas Marneros. Und genauso lesen sich seine Fälle. Es sind wahre Geschichten von Müttern und Vätern, die ihr eigenes Kind getötet haben. Nicht nur Verwahrlosung, Rache oder Hass können Gründe dafür sein, oft geschehen solche Tötungen aus Verzweiflung, Überforderung oder einer schweren psychischen Erkrankung. Für diese Menschen hat die Tragödie meist schon lange vor ihrer Tat begonnen.Erschütternde Berichte über ein Tabu-Thema unserer Gesellschaft: Differenziert und klar.
Hedwig Stellamans-Wellens
Narben auf der Seele
Traumatisierte Kinder und ihre Eltern
Verlag Urachhaus, Stuttgart 2002
Euro 13,50
Die meisten Eltern wissen die Bedürfnisse des Kindes zu achten, sie zu respektieren und zu schützen. Doch etwa zwanzig bis dreißig Prozent aller Eltern, so die Autorin, haben genau damit Schwierigkeiten. Wo die Zuwendung der Eltern nicht adäquat ist, besteht die Welt der Kinder oft aus Kummer, Angst und Wut. In schlimmen Fällen kommt es zu Verwahrlosungen, Misshandlungen, sexuellem Missbrauch. Für die Kinder traumatisierende Ereignisse, deren Folgen oft lebenslang nachwirken. Dies Buch schildert Umstände und Auswirkungen, ohne anzuklagen. Ein verständlicher, aber dennoch eindringlicher Hinweis auf die Verantwortung der Erziehung.
von Anne Hartmann und Stefanie Weinsheimer


