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Sexuelle Gewalt an Jungen

Physische und psychische Auswirkungen bei erwachsenen Männern.

Zeitschriftenabstract

Laszig, P. (1996). Sexueller Mißbrauch an Jungen.

Physische und psychische Auswirkungen bei erwachsenen Männern. Sexuologie, 2, 3, 69-84.

Dargestellt werden die Untersuchungsergebnisse einer nicht-klinischen Stichprobe von insgesamt 16 Männern, die in ihrer Kindheit sexuell mißbraucht wurden. Neben Ergebnissen der schriftlichen Befragung zur Charakteristik des Mißbrauchgeschehens, zur körperlichen und psychischen Symptomatik, zur Persönlichkeit (MMPI) und zur Geschlechtsrollenidentität (BSRI) werden einzelne Redebeiträge einer durchgeführten Gruppendiskussion dargestellt. Über 43% der befragten Männer berichten über Symptome wie Ängste, suizidalität, Suchtverhalten und Depersonalisationsgefühle. 62% weisen überdurchschnittliche Werte auf der Skala Schizoidie, 56% auf der Skala Psychasthenie, 43% auf der Skala Psychopathie und 31% auf der Skala Depression auf. Im Gegensatz zu herangezogenen Vergleichsgruppen ist die Einseitigkeit der Geschlechtsrollenorientierung auffällig. Insgesamt 50% der befragten Männer beschreiben sich im BSRI als feminin bzw. tendenziell feminin und weitere 30% als androgyn. Eine eindeutig maskuline Typisierung existiert nicht. Anhand der Ergebnisse der Fragebögen und der Gruppendiskussion wird deutlich, daß sexueller Mißbrauch in der Kindheit, neben bereits beschriebenen Symptomen wie Angst, Suizidalität, Depersonalisation, sowohl Einfluß auf das Erleben von Sexualität, als auch die sexuelle Identität und die Geschlechtsrollenidentität erwachsener Männer hat.

Schlüsselwörter: KindesMißbrauch, Sexueller Mißbrauch, Maskulinität, Geschlechtsrollen, Geschlechtsrollenidentität

Results of a non-clinical sample of 16 men with childhood experience of sexual abuse. Includes questionnaire results on characteristics of abuse event, physical and psychological symptoms,personality (MMPI) and gender identity (BSRI), and, in addition, quotes and comments from groupdiscussion with victims. More than 43% of the interviewed men reported symptoms of fears, suicidal tendencies, addictive behaviour and feeling of depersonilisation. Scores are more than average on schizoid-scale for 62% , on psychasthenia scale for 56%, on depression scale for 31% of the participants. Contrary to comparative groups gender identity was shown to be unilateral. 50% of the interviewees described themselves on BSRI as feminine or rather feminine and another 30% as androgynous. A clearly masculine type was not evident. Results of questionnaire and groupdiscussion show, that childhood sexual abuse not only produces symptoms of fear, suicidal tendencies and depersonalisation, but also influences experience of sexuality, sexual identity and gender identity of grown-up men.

Key Words: Child abuse, Sexual abuse, Masculinity,

Sex Roles, Gender Identity

Spezielle Hilfe für schwule Männer mit Mißbrauchserfahrung

Schwule Männer, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuell mißbraucht wurden, müssen mit einem zusätzlichen Problem fertig werden:

Das Erlebnis verunsichert sie häufig in Bezug auf ihre sexuelle Identität denn sie wurden überwiegend von heterosexuellen Tätern mißbraucht. Erschwerend kommt hinzu, daß Homosexualität noch immer zu den tabuisierten Themen gehört. Jugendlichen Schwulen fehlen nicht nur positive Vorbilder. Weit mehr als heterosexuellen Jugendlichen fehlt ihnen auch die Unterstützung aus ihrer unmittelbaren Umgebung.

Nach unseren Erfahrungen bieten Beratungen durch einen offen schwul lebenden Berater sowie Selbsthilfegruppen gute Möglichkeiten, daß schwule Männer mit Mißbrauchserfahrung nicht nur ihre Mißbrauchserlebnisse aufarbeiten, sondern auch eine eigene sexuelle Identität entwickeln können.

Noch immer fehlt es aber an ausreichenden Beratungs- und Therapieangeboten für Schwule, was an der speziellen Thematik sowie an der unzureichenden finanziellen Förderung liegt

Das Lore-Agnes-Haus der Arbeiterwohlfahrt bietet fachliche Beratung und Psychotherapie für mißbrauchte Schwule an

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