
Achtung Wichtig
Wir sind KEINE Meldestelle für Darstellungen sexueller Gewalt (Kinderpornografie). Bitten nutzen Sie eine der Meldeadressen
Fachstellen
Limita, Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung von Mädchen und Jungen, Zürich.
Tel.: 01- 450 85 20
Castagna, Beratungs- und Informationsstelle für sexuell ausgebeutete Kinder, weibl. Jugendliche und in der Kindheit betroffene Frauen, Zärich.
Tel.: 01 - 364 49 49
Ähnliche Stellen:
Triangel, Bern: Tel.: 031 - 332 14 14
Viva, Luzern: Tel.: 041 - 211 00 15
Opferhilfe, St.Gallen: Tel.: 071 - 223 48 77
Bei den Jugendsekretariaten und -beratungsstellen immer nach einer Ansprechperson fragen, die mit dem Thema «Sexuelle Ausbeutung» vertraut ist.
anti-kinderporno.de
Wenn Lehrer Täter werden
Was tun, wenn's passiert ist?
Die Sozialarbeiterin Maria Solèr berät für Castagna täglich Eltern von sexuellausgebeuteten Kindern. Ihre Antworten auf fünf häufig gestellte Fragen.
«Brückenbauer»:
Können Eltern es merken, wenn ihr Kind sexuell ausgebeutet wird?
Maria Solèr:
Nicht unbedingt. Es gibt nur ganz wenige klare Hinweise, etwa wenn das Kind im Genitalbereich verletzt ist oder wenn es darüber spricht. Dann muss man ihm glauben und es ernst nehmen. Oft erzählen Kinder anfangs sogar nicht alles, um die Eltern zu schützen.
Meistens gibt es jedoch keine eindeutigen Hinweise. Sexuelle Ausbeutung ist eine Form von Gewalt unter vielen. Auch Kinder, die körperlich oder psychisch misshandelt werden, zeigen ähnliche Symptome: zum Beispiel Schlafstörungen, Ängste oder Überanpassung. Manche Kinder fallen auch auf eine frühere Entwicklungsstufe zurück: Sie beginnen etwa wieder einzunässen oder sich an die Mutter zu klammern.
Was soll man bei einem Verdacht zuerst tun?
Zuerst sollte man unterscheiden, was man weiss und was man vermutet. Wenn man spürt, dass es dem Kind nicht gutgeht, ist es wichtig, dass man auf seine Bedürfnisse achtet, ihm Zuwendung gibt und als Vertrauensperson zugänglich ist.
Soll man mit einem Kind, das von sich aus nichts erzählt, über den Verdacht reden?
Das kann man sich nicht einfach vornehmen, sondern man muss es mit professioneller Hilfe vorbereiten und in Rollenspielen üben. Denn oft schüchtern die Täter ihre Opfer mit Drohungen ein und schieben ihnen die Verantwortung zu.
Wenn man das Kind ausfragt und «bohrt», verletzt man es noch mehr.
Wie kann man vorgehen, wenn sich der Verdacht erhärtet?
Eltern geraten oft selber in eine Krise, wenn sie erfahren, dass ihr Kind sexuell ausgebeutet worden ist. Deshalb brauchen sie auch selbst professionelle Beratung. Gemeinsam wird man das weitere Vorgehen festlegen, denn je nach Situation kann es sehr verschieden sein. Die Ziele sind jedoch immer, das Kind vor weiteren Übergriffen zu schützen, die Familie in dieser schwierigen Situation zu begleiten und zu helfen, das Geschehene zu verarbeiten.
Worauf muss man besonders achten?
Dass man die eigenen Empfindungen nicht mit denjenigen des Kindes gleichsetzt oder auf irgendeine Weise die Grenzen des Kindes nochmals verletzt.
Auch für die juristischen Fragen sollte man Fachleute beiziehen.
Sexuelle Ausbeutung von Kindern ist ein Offizialdelikt. Das heisst, dass Beamte sowie Behördenmitglieder sie anzeigen müssen, wenn sie davon erfahren. So kann, ohne dass die Betroffenen es wollen, eine Strafanzeige eingereicht werden, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Dies kann man beispielsweise vermeiden, wenn man sich von Behörden zuerst anonym beraten lässt.
Interview Lisa Ibscher


