anti-kinderporno.de

Bericht zur Cybercrime 2003

8 Februar 2003
Cybercrime 2003

Im Februar 1998 wurde die (NIPC), durch das US-Justizministerium und das FBI-Hauptquartier in Washington gegründet.

Aufgrund der Erfahrungen, die in jahrelanger Arbeit gesammelt werden konnten, entstand im Juni 1999 aus der NIPC die InfraGard :

InfraGard wurde zuerst lokal für Connecticut gegründet mit dem Ziel, den Austausch unter Ermittlungsbehörden, Organisationen, IT-Fachleuten sowie Wirtschaft und Privatpersonen zu fördern, um der internationalen Cyberkriminalität besser und erfolgreich entgegenwirken zu können.

Schnell stellte man fest, dass eine einzige Außenstelle mit Arbeit überlastet war, und weitere Niederlassungen wurden nach dem Vorbild von Connecticut in anderen Staaten (zuerst nur aus den USA) eingerichtet.

Heute, im Jahre 2003, gehören zu InfraGard Mitglieder aus vielen Nationen, unter anderem auch aus Europa. anti-kinderporno.de ist seit 2002 (genauer - seit der CyberCrime 2002) eines der ersten internationalen Mitglieder von InfraGard. Einer der Hauptgründe, warum Anti-Kinderporno e.V Mitglied von InfraGard wurde, ist die Tatsache, dass InfraGard eine Idee verwirklicht hat, die wir uns seit der Gründung unseres Vereins zum Ziel gesetzt haben: der internationale Informationsaustausch über kriminelle Aktivitäten speziell für den Bereich sexualisierte Gewalt weltweit.

InfraGard hat ebenfalls schnell erkannt, dass diese Sparte der Cybercrime ein internationales Problem ist, das auch international bekämpft werden muss. Statt lange zu debattieren, wurde innerhalb eines Jahres die dafür erforderliche Plattform sowie die internationale Informationsstruktur geschaffen und befindet sich im weiteren Ausbau.

Hierbei wurde festgelegt, dass das jährliche Gipfeltreffen aus internationalen Fachleuten bestehen soll:

  • Strafverfolgungsbehörden aus aller Welt
  • internationale VertreterInnen von Justizbehörden
  • sowie VertreterInnen internationaler Privatorganisationen
  • und IT-SpezialistInnen aus allen Bereichen der oben genannten Institutionen.

Auf dem Gipfeltreffen in diesem Jahr wurde neben dem Aktivitätsbericht des vergangenen Jahres auch die Planung für das kommende Jahr (2003 - 2004) mit allen TeilnehmerInnen abgestimmt und protokolliert.

Bemerkenswert dabei ist, dass bei dieser Planung sehr viel Rücksicht auf die nationale Rechtsprechung der teilnehmenden Länder genommen wurde; und es wurde nicht versucht, mit der typisch amerikanischen Brechstange US-Strukturen durchzusetzen.

Dieses Treffen ist aber auch als Initialzündung für viele weitere gute Gespräche und Kontakte zu anderen TeilnehmerInnen neben der Konferenz zu sehen. Ein hoher Informationsaustausch fand oftmals besonders beim gemeinsamen Dinner, am Aschenbecher im Flur oder einfach ganz zwanglos im Vorraum der Konferenzräume statt.

Die Cybercrime 2003 ist - wie im Vorjahr - eine Gemeinschaftsveranstaltung von InfraGard und Internetcrime.

Die VeranstalterInnen haben die Vorträge so zusammengestellt, dass möglichst keine Zeitüberschneidungen für die entsprechenden Interessengruppen bei den bis zu teilweise fünf parallel gehaltenen Vorträgen stattfand. Sowohl die Themen als auch die ReferentInnen waren von einem sehr hohen Niveau.

Sehr positiv war auch zu verzeichnen, dass alle ReferentInnen über den gesamten Zeitraum der Konferenz ansprechbar waren und so noch offenstehende Fragen vertieft werden konnten. Leider ist es oft so auf Fachtagungen, dass die ReferentInnen nach den gehaltenen Vorträgen nicht mehr greifbar sind und somit viele Fragen offen bleiben.

Alle ReferentInnen haben in ihren Präsentationen sehr viel Wert darauf gelegt, ihre persönliche Email-Adresse sowie ihre Webseiten den TeilnehmerInnen bekannt zu geben, so dass auch ein Austausch nach der Konferenz immer möglich ist.

Wir hatten die Gelegenheit, mit vielen FBI-SpezialagentInnen persönliche Gespräche zu führen, um unsere, die deutsche, Rechtsproblematik verständlich rüberzubringen, die den AmerikanerInnen so noch nicht bekannt war. Man muss an dieser Stelle noch einmal bemerken, dass wir es mit Einzelpersonen zu tun hatten, nicht mit Organisationen/offiziellen Stellen. Unsere Rechtssysteme differieren doch erheblich. Und an vielen Stellen in Deutschland krankt es, so dass wir der US-amerikanischen Vorgehensweise hier um ein Vielfaches hinterherhinken.

Nicht dass unter den Mitgliedern von anti-kinderporno.de der Eindruck entsteht, wir (Udo und Beate Blumenthal) finden alles, was die AmerikanerInnen tun, gut und richtig, aber was den Bereich Bekämpfung von Cybercrime angeht, können wir sicherlich von vielen Erfahrungen der Amerikaner profitieren und lernen.

Unsere Idee, deutsche ErmittlungsbeamtInnen aus dem Bereich Cybercrime aus der deutschen Isolation loszulösen und einen direkten Austauschkontakt zu internationalen Fachleuten herzustellen, fand bei allen TeilnehmerInnen der Konferenz großen Anklang. Es wurden Möglichkeiten diskutiert, wie dieser internationale Austausch auch für die Deutschen positiv verwirklicht werden könnte.

Bei einem Meeting mit James Doyle (Präsident von InternetCrime), bei dem auf unsere innerdeutschen Gegebenheiten spezieller eingegangen werden konnte, machte er uns folgendes Angebot:

Zitat: (frei übersetzt) Sollten wir es für die CyberCrime 2004 schaffen, einen oder mehrere ErmittlungsbeamtInnen für eine Teilnahme an der Konferenz zu gewinnen, bietet er sich persönlich an, sie an die Hand (seine Worte) zu nehmen und ihnen alle Möglichkeiten offen zu legen und Kontakte herzustellen, die für die Arbeit in Deutschland hilfreich und wichtig sein können. Er hätte Tonnen von Kontakten die wir nutzen dürfen. (Zitat Ende)

Dieses ist also ein Punkt der Jahresplanung für die kommenden 12 Monate von anti-kinderporno.de

Fußnote:Wir haben den Begriff CyberCrime gewählt, weil Verbrechensbekämpfung nicht nur im Internet, sondern auch in Privat-/Firmennetzen stattfindet. Daher ist der Begriff CyberCrime der ideale Oberbegriff.

nach oben