Die sogenannte B-Akte

Im Sommer 1997 beanspruchten ein Beamter und eine Beamtin des Staatsschutz/Kripo Köln Herrn Blumenthals IT-Kenntnisse und Dienste. Auf ihren Wunsch hin zeigte er ihnen, wie man eine Recherche durchführt und kam auch ihrer Bitte nach, die Daten auf einer Diskette zu speichern. Diese kostenlose Lehrstunde sowie die Sicherung der Daten und der darin enthaltenen Beweismittel hatten zwei

Effekte:

1. ein Pädokrimineller konnte verhaftet werden;
2. gegen Udo Blumenthal wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Wer meint, sich hier verhört zu haben, irrt. Vielmehr gab es einen dritten Effekt: Udo Blumenthal holte sich nämlich die erste „blutige Nase”. Später - quasi als Effekt Nummer vier - wird daraus „der Wiederholungstäter”...

Dass man die Beamten, wenn sie denn schon auf einer Durchführung von Formalia (Akte auf, Akte zu) bestehen, dann nicht ebenso formal wegen Anstiftung zu Straftaten angeklagt hat, ist unverständlich. Aus verhaltenspsychologischer Sicht war das eine üble, intrigante Falle, in die man den Kinderschützer gelockt hatte. Einerseits enthielten die Beamten ihm ja ihr Wissen vor („wenn Sie das hier machen, dann wird gegen Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet”); andererseits nutzten sie sein Wissen geradezu schamlos aus. Früher nannte man so etwas Verrat.

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