♥ 26.11.1956
† 18.02.2010

Lebenslanger Kampf für Menschenrechte

Metzingen. Im Alter von nur 54 Jahren ist Monika Gerstendörfer verstorben. Bis zuletzt hat sie sich unermüdlich für Menschenrechte eingesetzt.

Monika Gerstendörfer hat sich immer dann zu Wort gemeldet, wenn Menschenrechte bedroht waren.

Sie hat für diejenigen gesprochen und gekämpft, die sich selbst nicht wehren konnten. Als Mitbegründerin und Geschäftsführerin der "Lobby für Menschenrechte" hat die Diplom-Psychologin und Autorin zahlreicher Bücher mit Gewaltopfern gearbeitet und sich unentwegt gegen Kinderpornographie im Internet, gegen Kindesmissbrauch und für Frauenrechte eingesetzt.

Mit den "1000 Women for Peace" war sie 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert.

Monika Gerstendörfer, die zuletzt auch unter dem Pseudonym Franziska Kelly schrieb, hat stets Partei für die Opfer ergriffen und die Täter nicht geschont. Sie hat sich dadurch auch angreifbar gemacht.

Die streitbare Metzingerin, die Mut und Kampfgeist als wichtigste Charakterzüge nannte, ließ sich davon jedoch nicht abschrecken. Erst im vergangenen Herbst ging sie mit zahlreichen Publikationen zum Fall Polanski an die Öffentlichkeit und beklagte, der Starregisseur, dem die Vergewaltigung eines Mädchens vorgeworfen wird, werde von den Medien auch noch hofiert.

Die Kraft, um weiter zu kämpfen, sagte Monika Gerstendörfer immer, schöpfe sie aus der Wut heraus. Die gebürtige Brandenburgerin war 1961 zusammen mit ihren Eltern nach Westdeutschland geflüchtet. Nach dem Studium der Sprachwissenschaften und der Psychologie sowie ersten Karrierejahren in gut dotierten Jobs gab sie diese auf, um sich ganz ihrer ehrenamtlichen Menschenrechtsarbeit und ihrer Arbeit als freien Autorin zu widmen. In den vergangenen Jahren hat Monika Gerstendörfer, die Katzenliebhaberin, auch immer wieder Glossen für diese Zeitung verfasst.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist sie nach kurzer Krankheit verstorben.

Quelle des Nachrufes