♥ 26.11.1956
† 18.02.2010

Heike Gerstendörfer

Am 22. Februar 2010 um 19:46 Uhr

Heike Gerstendörfer zum Tod meiner geliebten Schwester Monika

Von Herzen danke ich allen Menschen, die meiner Schwester gedenken; allen, die trauern um den Menschen Monika und allen, die ihre Arbeit würdigen und wertschätzen.

Ich danke auch im Namen unserer Eltern und der gesamten Familie.

Monika war organisch sehr krank; dass es so schlimm ist und werden würde, konnte sie mit Sicherheit nicht einmal selbst wissen oder erahnen. In der Klinik lag sie im Koma. Sie hat gekämpft und dem Tod getrotzt und mit ihr ein ganzes Ärzte- und Pflegeteam.

Ich glaube an kleine und große Wunder; ich wollte so sehr ein Großes – dass sie weiterleben darf – und es schien fast so, als würden wir es bekommen.

Als ihr Herz für immer aufhörte zu schlagen, mussten wir alle schmerzlich feststellen, dass der eigene Wille nicht unbedingt der Plan des Schicksals ist.

Es gibt so vieles, was ich mir jetzt für meine Schwester und für ihre ganze Arbeit und ihre Werke wünsche: dass “der verlorene Kampf um die Wörter” nicht verloren geht… ich möchte Euch allen so viel sagen, Euch auch trösten, aber es fällt mir so schwer die richtigen Sätze zu finden – weil es so furchtbar weh tut – und deshalb mache ich es so, wie meine Schwester mich kennt; ich gebe einfach das, was von meinem Herzen kommt und wer Monika kannte, der wird es verstehen:

Von mir – Monika, für Dich:

Dein Stern ist auf Erden erloschen
er-strahlt nun am Himmelszelt.
Soll weithin auf Erden leuchten.
Wenn Du bereit bist
erstrahlt er hier neu.

Danke für Deine Liebe, für jede Auseinandersetzung und jede Versöhnung; für alle unseren kleinen und großen Abenteuer, für 1000 Erinnerungen; für Deine selbst-geschriebenen Theaterstücke, in denen Vera, Ilona, Sylvia, Ina und ich unser schauspielerisches Talent unter Beweis stellen konnten; danke, dass Du mir die Welt aufgemacht hast, meine große Liebe – das Kunstturnen – leben zu dürfen.

Danke für das erste große Wunder, das ich in meinem Leben bekommen habe – dass Du meine Schwester bist!

Ich habe Deinen Stoffhund Rigo zu mir genommen. Ich wollte ihn Dir ins Grab legen, aber mein Herz sagt “nein”. Er wird neben meinem Teddy Felix sitzen.

Wenn sich Steiff- Tiere etwas erzählen könnten, hätten die beiden sich wieder einmal viel zu erzählen und Rigo würde beginnen: “Es war einmal im August 1961… und dann gab es Monika und Heike…” Und Felix würde fragen: “und sind sie ein Leben lang Schwestern?” Rigo würde antworten: “nicht nur ein Leben lang, – egal was passiert – für immer.”

Wir wollen Monika dort beisetzen, wo sie aufgewachsen ist – bei den Bergen und am Bodensee, wo sie zur Schule ging und viel Freizeit verbracht hatte.

Wir hätten so gerne in Metzingen eine Gedenkfeier abgehalten, können das aber nicht leisten. Bitte verzeih(t).

Ich fände es wunderschön, wenn Menschen sich jetzt eigene Orte schaffen, um Monika zu gedenken; um sie zu trauern und sie im Herzen zu behalten.

Vielleicht kommt Ihr auch irgendwann zu ihrem Grab.

Wenn man von einem Berg auf den Bodensee schaut, träumt sich der Blick in das funkelnde Wasser. Viele kleine Segelboote wiegen sich im Wind. Sie sehen aus wie kleine Zelte aus längst vergangener Zeit. Wenn die Sonne am Untergehen ist, spielen die letzten Strahlen mit den Wellen. Wenn der Himmel nachtblau wird, funkeln die Lichter von Bregenz und Lindau in die Tiefe des Wassers und treffen sich in ihrem Glanz mit den Sternen des Himmels – und wenn Ihr das seht, dann schaut in den Himmel: irgendwo da strahlt ein Stern.

Habt Dank Euch allen
Heike Gerstendörfer

Quelle des Nachrufes