Sonntag, 26, Januar 2003
Zypries: Wer Kindesmissbrauch nicht anzeigt wird bestraft
Hamburg (ddp). Im Zuge einer Verschärfung des Sexualstrafrechts will die Bundesregierung die Bürger offenbar verpflichten, Fälle von sexuellem Missbrauch anzuzeigen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) sagte der «Bild am Sonntag»: «Wer erfährt, dass ein Kind missbraucht wird oder missbraucht werden soll, muss dies melden - dem Jugendamt oder der Polizei. Wer das unterlässt, muss damit rechnen, wegen Nichtanzeige einer Straftat belangt zu werden.» In schweren Fällen könne Nichtanzeige mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden.
Zypries fügte hinzu, die Bekämpfung sexuellen Missbrauch von Frauen, Kindern und behinderten Menschen sei ihr ein besonderes Anliegen. Jeder Fall sei einer zuviel. «Menschen im Umfeld solcher Opfer haben oftmals Kenntnis von den Vorgängen - oder ahnen zumindest, was vor sich geht. Trotzdem unternehmen viele nichts dagegen. Künftig werden wir Verwandte und Nachbarn mit in die Verantwortung nehmen. Wir erwarten, dass sie sich einmischen und Missbrauch verhindern», sagte die Ministerin. Wirksamer Schutz für Kinder werde nur erreicht, «wenn sich alle verantwortlich fühlen und kümmern».
26.01.03 SR
Quelle:
http://www3.e110.de/artikel/detail.cfm?pageid=67&id=52187
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