Donnerstag, 31, August 2006
Zum Tatort „Abschaum“
’ ARD am 4. April 2004Besorgniserregende Berichterstattung, dubiose und heuchlerische Proteste einiger Medien und Politiker
Schon im Vorfeld gab es eine ungeheuere Aufregung um den aktuellen „Tatort“. Von einem „minutenlangen Massaker“ und „exzessiven Gewaltszenen“ war die Rede.Aufgeregte Psychologen und Politiker wurden zitiert; am Tag danach Schauspieler, die als Kommissare in anderen Krimi-Serien auftreten. Sie alle waren angeblich entsetzt!„Ein Skandal!“ „Und das von staatlich unterstützten Sendern!“Doch das Schlimmste sei, dass so ein Krimi gesendet würde, „wenn ab 20.15 Uhr Millionen Familien mit Kindern vorm Fernseher sitzen“! Dazu wurde noch eine Psychologin zitiert, die Kinder behandelt, die durch Fernsehsendungen ausgelöste Schlafstörungen und Angstzustände haben.Wer diese hysterischen Proteste ernst genommen hatte, machte sich bestimmt auf etwas gefasst. Was man dann tatsächlich zu sehen bekam, stand in keinem Verhältnis zur Vorab-Skandalisierung. Das ganze - offensichtlich gesteuerte - Theater davor kam einem dann weniger satanisch, sondern eher spanisch vor…Von einem blutrünstigen Massaker konnte nämlich keine Rede sein. Auf exzessive Gewaltszenen wartete man ebenfalls vergebens. Gruselig, da kompatibel zur Lebenswirklichkeit, war der Sturm des Mob auf das Behindertenwohnheim. Die schauspielerische Leistung der beiden Kinder mag manchen Zuschauer/innen Schauer über den Rücken gejagt haben. Hoffentlich! Die Realität der Opfer ist ja noch weit entsetzlicher. Die üblichen physischen und psychischen Folterungen wurden aber gar nicht gezeigt oder auch nur angedeutet.
Apropos Realität…
In der Lebenswirklichkeit gibt es keine psychischen Entlastung für die Zuschauenden; geschweige denn für die Betroffenen. Es gibt weder eine Kommissarin, die einen Psychopathen, der in einer mächtigen Schlüsselposition sitzt, am Kragen packt und durchschüttelt; noch gibt es einen „Rächer der Enterbten“, der am Ende die Kinder rettet und diese Untoten dorthin befördert, wo sie sich nach eigenen Angaben am wohlsten fühlen dürften: in der Hölle!Als positiv zu bewerten ist die Aussage, dass kein Mensch Kindern solche angeblichen Horrorgeschichten glauben würde. Das ist tatsächlich so und gilt auch für Helfer/innen und engagierte Journalist/innen. Bis heute! Gut war auch, dass man zumindest ansatzweise die Vernetzung bis in die höchsten Stellen der Macht hinauf zeigte. „Dutroux“ lässt grüßen, und das aus der Lebenswirklichkeit!Dieser „Tatort“ hat vielleicht ein Fass aufgemacht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.Den überlaut protestierenden Heuchlern sei gesagt, dass die Verleugnung der Lebensrealität von Gewaltopfern eben auch ein Verbrechen ist! Eines, das sie durch solche hysterischen Proteste unterstützen, weil sich so die Gewaltspirale munter weiter dreht und die verstummten und ausgeblendeten Opfer den - im wahrsten Sinne des Wortes - mörderischen Preis bezahlen.Im übrigen haben staatlich unterstützte Sender die verdammte Pflicht, die Lebensrealität der Menschen abzubilden. Wenn nicht sie, wer sonst? Mit Mantel-und-Degen- oder Sandalen-Filmen, wo einsame, „gute“ Helden Gewaltorgien veranstalten, ist dies nicht zu erreichen; ebenso wenig durch Science-Fictions und US-amerikanische Krimis, in denen es grundsätzlich um wilde Action in Kombination mit Gewaltdarstellungen - um ihrer selbst willen - geht. Und genau das gibt es jeden Tag zu sehen! Blutig, mit Naheinstellung, massenweise.Würde man die Privatsender tatsächlich seriös überwachen und „Kriterien“ wie beim aktuellen „Tatort“ anlegen, so dürfte der Bildschirm auch tagsüber des öfteren schwarz bleiben.
Die Protestler haben also entweder keinen Überblick über die Fernsehprogramme und ihre Inhalte, oder sie möchten sich ihre virtuelle „heile Welt“ um jeden Preis erhalten; denn den Preis dafür zahlen ja nicht sie, sondern die Opfer. Oder aber sie gehören selbst gewissen Kreisen an, die auf diese Weise ihre Interessen vertreten… Womit wir wieder beim „Tatort“ wären, wo genau das thematisiert wurde.Und was Kinder vor dem Fernseher zu suchen haben, wenn ein „Tatort“ läuft, ist einem normal tickenden Erwachsenen mit Sicherheit schleierhaft. Eltern, deren Kinder wegen exzessiven Fernseh- und Gewaltkonsums therapiert werden, sollten eine Anzeige wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht bekommen.So ist das und nicht anders.Es wird Zeit, dass gewisse Medien und Politiker die Kirche im Dorf lassen und der Wahrheit die Ehre geben.
© MG
Quelle
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Ungläubigkeit in der Gesellschaft ist der beste Schutz der Täter: http://www.anti-kinderporno.de/akpdocs/satanismus.pdf
Posted by on 12/27 at 02:46 PM

