Montag, 28, April 2008
Verschollen im väterlichen Verlies
Von Marion Kraske, Wien
Schwerer Stahlbeton und ein elektronischer Code, den nur der Täter kannte: Elisabeth F. wurde 24 Jahre lang von ihrem Vater in einem gut gesicherten Gefängnis wie eine Sklavin gehalten. Weder Angehörige, Nachbarn noch Behörden wollen etwas bemerkt haben. Kann das sein?
Der Fall gilt als einer der spektakulärsten in der Geschichte der Alpenrepublik: Ein Vater täuscht jahrelang vor, seine Tochter sei weggelaufen und befinde sich in den Fängen einer Sekte. Nur ab und zu soll sie zu Hause eines ihrer ungewollten Kinder vor die Tür gelegt haben, damit sich die Großeltern darum kümmern. Dann stellt sich heraus: Das Ganze ist eine einzige Lügengeschichte, eine raffinierte Täuschung, die mehr als zwei Jahrzehnte niemandem auffällt. Weder der Ehefrau, der Familie noch den Nachbarn. Auch den Behörden nicht. Angeblich.
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