Freitag, 21, November 2003
Thüringen will im Kampf gegen Pädophile Speicherung von Online-Daten
Erfurt (dpa/th) - Im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen will Thüringen im Bundesrat die befristete Speicherung von Internetdaten erreichen. Wie das Justizministerium am Freitag mitteilte, stellte das Land gemeinsam mit Bayern und Hessen einen entsprechenden Antrag. Er sieht vor, dass Daten von Verbindungen im Internet künftig sechs Monate lang gespeichert werden können. “Wir müssen diesen Kriminellen das Handwerk legen, indem wir sie auch im Internet verfolgen”, sagte Justizminister Karl Heinz Gasser (CDU) in Erfurt.
In fast allen Fällen knüpften Pädophile die Kontakte zu ihren Opfern im Internet - aktuelle Studien gingen von etwa 97 Prozent der Fälle aus. “Das Internet eröffnet solchen Verbrechern bislang ungeahnte Möglichkeiten”, sagte Gasser. Der Täter könne sich erschreckend unkompliziert für ein gleichaltriges Kind ausgeben. Der Justizminister warnte davor, im Internet persönliche Daten wie Adresse oder Telefonnummer weiterzugeben. Auf keinen Fall sollten sich Kinder und Jugendliche allein mit einer Internetbekanntschaft treffen.
21.11.2003 von Thomas Stollberger
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