Freitag, 06, Juli 2007
Theater gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch
Acht Szenen, acht Rollen, acht Charaktere, acht jugendliche Schauspieler. Was die Theatergruppe “Junges Kollektiv” um Theaterpädagogin und Regisseurin Christine Wilhelmi heute ab 19.30 Uhr in ihrem selbst zusammengestellten Stück “Ganz gewaltig” auf die Bühne der Aula am Coppernicus-Gymnasium bringt, ist engagiertes Theater gegen Gewalt. Alle schlüpfen in unterschiedliche Rollen. Spielt Jessica Kretschmann (18) in “Eins auf die Fresse” von Rainer Hachfeld die prollige Lucky, so lebt sie als Pam in “Gerettet” von Edward Bond alle Facetten einer verlassenen Frau zwischen Wut und Trauer aus.
Lisa Schlüter (18) gibt als Irene in “Krankheit der Jugend” von Ferdinand Bruckner erst die damenhafte Studentin, der Marie, von Alina Harling (16) sehr temperamentvoll und konzentriert gespielt, eine Eifersuchtsszene macht. In “Weiße Ehe” von Tadeusz Rosewicz hingegen gelingt Lisa als naives Mädchen Paulina ein beklemmendes Spiel um sexuellen Missbrauch durch den “Opi”.
Eher nachdenklich legt Lena Wilhelmi (17) ihre Rolle als Minnie in “Eins auf die Fresse” an. In “Pfingstläuten” von Harald Kuhlmann trumpft sie als Elsbeth auf und wehrt sich mit dem Regenschirm gegen Dolf, den Till Lüdorf (17) gut auf die Bühne bringt.
In “Der Indianer will zur Bronx” von Israel Horowitz hat Till einfach nur an der Rampe zu sitzen, erfüllt aber diese stumme Rolle mit einer beredten Mimik. Fabian Sobanski (17) als Murph und Jonas Neubert (17) als Joey trumpfen nach Herzenslust als pubertierende Jugendliche auf. Sie erzeugen Spannung, indem sie offen lassen, ob sie über den Indianer herfallen werden oder nicht. Berit Ostrander (17) bringt als Tonka in “Jagdszenen aus Niederbayern” von Martin Sperr die unterschwellige Gewalt über die Rampe. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
lin
erschienen am 6. Juli 2007
Quelle
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