Montag, 07, Juni 2004
terre des hommes beklagt weltweit boomenden Kinderhandel
Berlin (ddp). Das Kinderhilfswerk terre des hommes fordert ein stärkeres Engagement von Bundesregierung und Europäischer Union (EU) gegen die Ausbeutung von Kindern. Kinderhandel sei nicht nur in Ländern der Dritten Welt ein Problem, sondern zunehmend auch in Europa, betonte der Geschäftsführende Vorstand der Organisation, Peter Mucke, bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin.
Laut terre des hommes werden jedes Jahr weltweit schätzungsweise mehr als eine Million Kinder Opfer organisierter Kinderhändlerringe. Die aus kommerziellen Gründen verschleppten Kinder würden sexuell missbraucht, als billige Arbeitskräfte ausgebeutet oder zu Diebstahl und Drogenhandel gezwungen.
120 000 Kinder jährlich verschleppt
Nicht nur in den Entwicklungsländern, sondern auch in Europa stelle der Kinderhandel einen «Wachstumsmarkt» dar. Nach Schätzungen der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UN) würden jährlich etwa 120 000 Frauen und Kinder in die alten EU-Mitgliedsstaaten verschleppt. Die EU-Kommission gehe sogar von 500 000 Opfern aus.
Um diesen Missstand zu bekämpfen, forderte terre des hommes eine Harmonisierung nationaler Gesetze und eine bessere Strafverfolgung. Zudem müsse im Kampf gegen den Kinderhandel der Opferschutz im Vordergrund stehen und nicht die Frage der Inneren Sicherheit.
07.06.2004 Ster
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