Mittwoch, 30, Januar 2002
Sexueller Missbrauch, Jugend-Trainer des FC Luzern verurteilt
Luzern (sda)
Das Kriminalgericht Luzern hat einen ehemaligen Juniorentrainer des FC Luzern zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der 51-jährige Schweizer hatte jahrelang einen Jungen sexuell missbraucht.
Die Gerichtskanzlei hat heute das Dispositiv (Urteil ohne Begründung) veröffentlicht. Demnach wurde der Angeklagte der mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Kind und der mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Abhängigen für schuldig befunden.
Verminderte Zurechnungsfähigkeit
Die zweijährige Gefängnisstrafe wird zugunsten einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung aufgeschoben. Die Richter billigten dem in guten persönlichen und beruflichen Verhältnissen lebenden Angeklagten eine in leichtem bis mittleren Grad verminderte Zurechnungsfähigkeit zu und verfügten Schutzaufsicht.
Der Mann war über Jahre als Juniorentrainer beim FCL tätig gewesen. Dabei nutzte er einen Minderjährigen sexuell aus. Er finanzierte dem Jungen Trainingslager, Ferien, Computer und Sportkleider. Später zahlte er für jede sexuelle Handlung.
Therapie muss weiter geführt werden
Erst nach Jahren verzeigte der inzwischen volljährig gewordene Mann seinen ehemaligen Trainer, der in vielen Belangen, etwa bei Schulproblemen oder bei der Stellensuche, auch eine Art Vaterrolle übernommen hatte.
Bei der Gerichtsverhandlung plädierte der Verteidiger auf ein Jahr Gefängnis, der Staatsanwalt forderte eine zweijährige Strafe. Einig waren sich Staatsanwalt und Verteidiger, dass die begonnene Therapie unbedingt weiter geführt werden müsse.
30.01.02 ga
Quelle
http://www1.e110.de/artikel/detail.cfm?pageid=67&id=24688
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