Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Mittwoch, 29, Oktober 2003

Sextouristen fragen selbst nach Babys

Kinderprostitution an der tschechischen Grenze wächst

Annett Otto
BERLIN, 28. Oktober. Das Kinderhilfswerk Unicef hat die wachsende Kinderprostitution im deutsch-tschechischen Grenzgebiet angeprangert. “Seit 1996 hat sich dort ein regelrechter Markt für Kindersex entwickelt”, sagte Cathrin Schauer, die als Sozialarbeiterin seit acht Jahren im Grenzgebiet arbeitet. Immer häufiger würden vor allem deutsche Sextouristen gezielt nach Kindern fragen und selbst Säuglinge und Kleinkinder würden von Angehörigen an die Freier verkauft, erklärte Schauer.

Zuhälterbanden würden Minderjährige aus entfernten Regionen Tschechiens, aber auch aus Moldawien, Weißrussland oder der Ukraine verschleppen und an der Grenze zur Prostitution zwingen. Bei Razzien der tschechischen Behörden würden diese Kinder aus ärmlichsten Verhältnissen zumeist nicht auffallen. “Sie bieten sich nicht in Bordellen an, sondern in Supermärkten, auf Parkplätzen, Bahnhöfen oder Hauseinfahrten.” Schauer hat systematisch Informationen über das Ausmaß der Kinderprostitution und des organisierten Kinderhandels vor Ort gesammelt und etwa 500 Jungen und Mädchen in dieser Zeit beobachtet. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellte sie am Dienstag in Berlin vor.

“Es darf nicht hingenommen werden, dass deutsche Sextouristen nach Kindern fragen. Das ist ein Verbrechen”, sagte Unicef-Schirmherrin Christina Rau. Es müsse alles getan werden, damit deren Verhalten geächtet wird, so die Frau des Bundespräsidenten. Der Vorsitzende von Unicef Deutschland, Reinhardt Schlaginweit, forderte die Bundesregierung auf, sich für eine bessere Zusammenarbeit mit den Behörden in den Nachbarländern bei der Strafverfolgung einzusetzen.

Bislang klaffe eine riesige Lücke zwischen Strafandrohung und tatsächlicher Verurteilung der Täter, beklagte Adolf Gallwitz, Polizeipsychologe an der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen. Er hoffe, dass mit der anstehenden EU-Strafrechtsharmonisierung bilaterale Abkommen möglich werden, die eine Verfolgung der Täter erleichterten. Die Opfer müssten als wichtige Zeugen geschützt werden.

Mittwoch, 29. Oktober 2003

Quelle

Artikel Empfehlen
Dieser Eintrag wurde 159 mal gelesen.
Gepostet von am 10/29 um 01:14 AM

Name:

Email:

Location:

URL:

Smileys

An Loggin erinnern

Benachrichtigen bei Antworten?

Mit Code bestätigen (Spamschutz):


<< Zurück zur Startseite