Montag, 07, Juni 2004
Schmidt macht sich für Opfer sexueller Gewalt stark
Magdeburg (AP) Bundesfamilienministerin Renate Schmidt macht sich für sexuell misshandelte Kinder stark. «Keiner hat das Recht, hier wegzusehen», sagte die SPD-Politikerin am Montag beim Aktionstag zur bundesweiten Kampagne «Hinsehen.Handeln.Helfen!» in Magdeburg. Laut Kriminalstatistik werden jährlich etwa 20.000 Kinder Opfer sexueller Gewalt. Die Dunkelziffer sei aber viel höher, Schätzungen zufolge würden nur fünf bis zehn Prozent der Fälle aktenkundig, sagte Schmidt. Der Großteil spiele sich in den Familien ab. Die Kinder bräuchten die Hilfe von Erwachsenen.
Mit der Kampagne, die in insgesamt 18 Städten Station macht, sollen Erwachsene mit Informationen zum Thema sensibilisiert werden, um sexuelle Gewalt erkennen zu können und notwendige Hilfe in die richtigen Wege zu leiten.
Sexuelle Gewalt sei ein abscheuliches Verbrechen und gebe es in jeder sozialen Schicht, unabhängig von Herkunft, ethnischem Hintergrund oder Bildungsstand, erklärte die Ministerin. Sie gebe einer «Kinderseele einen Knacks fürs Leben».
Die Kampagne ist Teil des Aktionsplans der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung, der Schmidt zufolge vier Schwerpunkte hat: Ausbau des strafrechtlichen Schutzes, Stärkung von Prävention und Opferschutz, Sicherstellung der internationalen Strafverfolgung sowie Zusammenarbeit und Vernetzung der Hilfs- und Beratungsangebote. Die Ministerin erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass seit 1. April dieses Jahres ein verschärftes Sexualstrafrecht gilt.
«Hinsehen.Handeln.Helfen!» hat zudem ein Internetangebot, das unter anderem über eine Datenbank unterschiedliche regionale Beratungseinrichtungen im gesamten Bundesgebiet aufführt, sowie ein Servicetelefon (0180-190 70 50). Die Schauspieler Hannelore Hoger, Eleonore Weisgerber, Götz George und Kai Wiesinger unterstützen die Kampagne, unter anderem mit entsprechenden Plakaten und Fernsehspots.
http://www.hinsehen-handeln-helfen.de
http://de.news.yahoo.com/040607/12/42e4w.html
Montag 7. Juni 2004, 14:58 Uhr
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