Montag, 12, Mai 2003
Rund 900 Männer bei DNA-Massentest in Haldensleben
Haldensleben (ddp-lsa). Rund 900 Männer haben am Wochenende beim ersten DNA-Massentest in Sachsen-Anhalt eine Speichelprobe abgegeben. Die Polizei sei damit «teilweise zufrieden», sagte ein
Polizeisprecher heute in Stendal. Die Beamten wollen mit Hilfe dieses Tests nach knapp acht Jahren den Mörder der siebenjährigen Maria Juhl aus Haldensleben finden.
Am kommenden Wochenende gebe es noch drei weitere Termine. Wer dann nicht freiwillig zum Test gekommen sei, bekomme Besuch von Kriminalbeamten, die im Gespräch die Vorbehalte gegen den Test nehmen sollen, sagte der Sprecher. Als letzter Schritt müsse die Staatsanwaltschaft über eine zwangsweise Vorführung entscheiden.
Insgesamt 2351 Männer, die bis zum 4. November 1995 in Haldensleben, Hundisburg, Bebertal und Emden wohnten und zwischen dem 1. Januar 1950 und dem 31. Dezember 1960 geboren wurden, sind zum Speicheltest aufgerufen. Sie passen in das so genannte Täterprofil. Hinzu kommen 600 Männer, die verzogen sind.
Das Mädchen fiel im November 1995 einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Sie wurde zunächst sexuell missbraucht und dann getötet. Ihre Leiche wurde in der Nähe des Ortes Bebertal gefunden.
Der Test wurde den Angaben zufolge so spät gestartet, weil erst seit dem Frühjahr 2000 eine neue Methode zur Typisierung von DNA-Material entwickelt wurde. Jetzt können die DNA-Profile von Vergleichspersonen mit dem genetischen Fingerabdruck einer verwertbaren Spur verglichen werden. Für den Herbst wird mit den Ergebnissen der Proben gerechnet, die in der Gerichtmedizin in Magdeburg untersucht werden.
12.05.2003 Ster
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