Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Mittwoch, 23, Juni 2004

Reisebranche verstärkt Kampf gegen Kinderprostitution

Glattbrugg/Bern (AP) Die Schweizer Reisebranche verstärkt ihre Anstrengungen gegen Kinderprostitution. Der zum Migros-Konzern gehörende Reiseveranstalter Hotelplan hat am Mittwoch zusammen mit dem Kinderschutz Schweiz eine Kampagne lanciert.

Gemäss dem UN-Kinderhilfswerk Unicef werden jährlich mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche sexuell ausgebeutet. Der Missbrauch findet häufig in armen Ländern statt, und oft sind es Touristen, die die materielle Not sexuell ausnützen. Die Hotelplan-Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt, das Schweigen zu brechen und das Tabu Kinderprostitution bei Kunden, Angestellten und Vertragspartnern zum Thema zu machen.

Die Reiseveranstalter könnten die Kinderprostitution nicht aus der Welt schaffen, sagte Hotelplan-Chef Walter Güntensperger laut Mitteilung. Das bedeute aber nicht, dass man nichts unternehmen könne.

Angeleitet wird die Kampagne vom Verhaltenscodex der internationalen Kinderschutzorganisation ECPAT. Das Sechs-Punkte-Programm umfasst unter anderem die Ausbildung der Angestellten im Heimmarkt und in den Reiseländern, die Sensibilisierung der Kunden und die Aufnahme spezieller Klauseln in die Verträge mit lokalen Leistungserbringern. So müssten beispielsweise Verträge mit Hotels, die Kinderprostitution tolerierten oder sogar begünstigten, aufgelöst werden, sagte Katrin Hartmann, Geschäftsleiterin von Kinderschutz Schweiz, wo auch die Schweizer ECPAT-Fachstelle ist.

Der «Code of Conduct» von ECPAT wurde von Hotelplan bereits vor einem halbem Jahr unterzeichnet und wird nun sukzessive umgesetzt. Dabei handle es sich um ein Pilotprojekt für die Schweiz, sagte Hartmann. Andere Länder seien schon weiter. Ziel sei es, dass mit der Zeit auch die anderen Schweizer Reiseveranstalter den Code übernehmen.

Der Kampf gegen Kinderprostitution ist in der Schweizer Reisebranche allerdings längst kein Fremdwort mehr. Der Branchenführer Kuoni verfügt über eine eigene Abteilung für soziale und ökologische Themen. Der Konzern habe eigene Richtlinien zur Eindämmung von Kinderarbeit und Kinderprostitution aufgestellt und setze diese in der Personalpolitik konsequent um, sagte Kuoni-Sprecherin Andrea Hemmi.

Auch TUI Schweiz ist nicht untätig. Der in Deutschland ansässige TUI-Mutterkonzern arbeitet bereits sei Jahren mit ECPAT zusammen und hat eine Aufklärungsblatt erstellt, das den Kunden bei Reisen in Länder wie Kuba, Kenia, Sri Lanka oder Thailand verteilt wird, wie Firmensprecher Roland Schmid sagte. Die Vertragshotels werden zudem angehalten, keine Kinderprostitution zu dulden.

http://de.news.yahoo.com/040623/281/435i8.html

Mittwoch 23. Juni 2004, 12:07 Uhr

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Gepostet von am 06/23 um 02:51 AM

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