Freitag, 05, Dezember 2008
Polizei ermittelt wegen Kinderpornografie
Der Kriminalfall Natascha Kampusch wird immer mysteriöser: Die österreichische Polizei hat im Zusammenhang mit der Entführung des Mädchens nun Ermittlungen wegen Kinderpornografie aufgenommen. Es seien neue Verdachtsmomente aufgetaucht, sagte ein Beamter.
Wien - Die Hinweise sollen auf einen Kinderporno-Ring hindeuten, wie der Leiter des österreichischen Bundeskriminalamtes (BKA), Franz Lang, am Donnerstagabend im ORF sagte. Diesen Aspekten werde nun nachgegangen.
Der Fall um die heute 20-Jährige war Ende Oktober wieder aufgerollt worden, da den Behörden nach dem Bekanntwerden von neuen Fakten schwere Versäumnisse bei den damaligen Ermittlungen vorgeworfen wurden.
Unter anderem sollen Polizisten mehrfach im Haus des Entführers gewesen sein, ohne das eingesperrte Kind zu entdecken. Auch die Frage nach einem möglichen zweiten Täter tauchte auf. Diese Frage sei völlig offen, sagte der BKA-Chef und verwies auf die laufenden Ermittlungen.
Kampusch war als Zehnjährige im März 1998 auf dem Weg zur Schule entführt worden. Ihr Peiniger Wolfgang Priklopil hielt sie acht Jahre lang in einem Kellerverlies im niederösterreichischen Strasshof gefangen, aus dem sie 2006 entkam. Priklopil beging nach ihrer Flucht Selbstmord.
jdl/dpa
URL:
* http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,594623,00.html
Artikel EmpfehlenDieser Eintrag wurde 195 mal gelesen.
Next entry: Kinderschänder muss nicht hinter Gitter
Previous entry: YouTube sperrt Sex-Videos für Minderjährige

