Dienstag, 14, Januar 2003
Pete Townshend gegen Kaution auf freiem Fuß
“Who”-Gitarrist beteuert, nur für Biographie recherchiert zu haben
Der wegen Kinderpornografie festgenommene britische Rockmusiker Pete Townshend ist gegen Kaution wieder freigekommen. Wie die britische BBC unter Berufung auf den Anwalt des Musikers berichtete, konnte Townshend ein Polizeirevier im Südwesten Londons nach knapp eineinhalbstündigem Verhör verlassen.
Der 57-Jährige Gitarrist der Rockband “The Who” war am Montagabend unter dem Verdacht, pornografische Bilder von Kindern besessen und produziert zu haben, festgenommen worden. Nach Angaben von Scotland Yard hat der Musiker auch die “Verbreitung” von Kinderpornografie veranlasst. Townshend bestritt, pädophil zu sein.
Erst durchsucht, dann verhört
Die Polizei hatte am Montag vier Stunden lang Townshends Luxusvilla im Londoner Nobelvorort Richmond durchsucht. Dabei wurden Computer und andere Beweisstücke beschlagnahmt. Townshend selbst hatte die Behörden in einem Interview in der “Sun” aufgefordert, im Zusammenhang mit den Vorwürfen sein Haus und Büro zu durchsuchen. Die Polizeiaktion wurde zwischen beiden Seiten verabredet, teilte sein Anwalt mit. Nach Abschluss der Untersuchungen fuhr der Rockstar mit den Beamten zum Verhör auf die Polizeistation.
Townshend hatte am Samstag zugegeben, sich im Internet Websites mit Kinderpornografie heruntergeladen und dafür mit einer Kreditkarte bezahlt zu haben. Das habe er aber nur getan, um sich für eine geplante Kampagne gegen Kindesmissbrauch zu informieren. “Ich bin kein Pädophiler”, beteuerte er. “Ich halte Pädophilie für abstoßend.”
Missbrauch und “Tommy”
Er vertrete aber die Ansicht, dass man sich über die Pädophilie informieren müsse, um sie zu bekämpfen, hatte Townshend erklärt. Außerdem arbeite er an seinen Memoiren. Er sei als Kind möglicherweise selbst sexuell missbraucht worden und habe sich zu dem Thema kundig machen wollen. Sein bekanntestes Werk, die Rockoper “Tommy”, dreht sich um ein missbrauchtes Kind.
Der Name Townshends war nach britischen Angaben auf einer Liste von etwa 7000 Briten aufgetaucht, die nach Ermittlungen der US- Behörden mit Kreditkarten einschlägige amerikanische Webseiten abgerufen hatten.
14.01.2003
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