Donnerstag, 21, März 2002
Papst über Kindesmissbrauch durch Priester tief erschüttert
Papst Johannes Paul II. hat die jüngsten Fälle von Kindesmissbrauch durch katholische Priester als schwerste Form des Bösen bezeichnet. Er sei tief erschüttert, schrieb der Papst am Donnerstag in seinem jährlichen Rundbrief an die katholischen Geistlichen.
In den USA wird der katholischen Kirche vorgeworfen, Dutzende Fälle von Kindesmissbrauch durch Geistliche zu vertuschen. Der Papst, das Oberhaupt der römisch- katholischen Kirche, schrieb, er wolle den Opfern der sexuellen Übergriffe sein Mitgefühl ausdrücken. Die Kirche wolle “wahr und gerecht auf jede dieser schmerzvollen Fälle antworten”. Der Papst behandelte das Thema in einem Absatz seines 22-seitigen Briefes, erwähnte dabei aber nicht das Wort Kindesmissbrauch. Aus Kreisen des Vatikans verlautete, seine Anmerkungen seien eine Antwort auf Forderungen, dass er sich zu den Fällen äußeren solle.
“Als Priester sind wir persönlich und tief betroffen von der Sünde unserer Brüder, die die Gnade der Ordination verraten haben, indem sie bei ihrer Arbeit in der Welt der schwersten Form des Geheimnisses des Bösen erlegen sind”, schrieb Johannes Paul II. Dies werfe einen “tiefen Schatten des
Verdachts” auf unschuldige aufrichtige Priester und schade dem Ruf der Kirche.
Von den Fällen des Kindesmissbrauchs in den USA ist vor allem die katholische Kirche in Boston und New York betroffen. Das Erzbistum Boston hat sich bereit erklärt, zwischen 15 und 30 Millionen Dollar (zwischen 17 und 34 Millionen Euro) an Entschädigung an die zahlreichen Personen zu zahlen, die als Kinder von einem Priester missbraucht worden waren. Nach dem Bekanntwerden des Falles in
Boston hatten auch die Diözesen in den Bundesstaaten Kalifornien, Maine, New Hampshire und Pennsylvania Priester wegen Kindesmissbrauchs ausgeschlossen.
Quelle
http://de.news.yahoo.com/020321/71/2p0o9.html
Donnerstag 21. März 2002, 14:41 Uhr
Rom (Reuters)
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