Mittwoch, 29, Oktober 2003
Panne im Peggy-Prozess: Söder fordert Videovernehmung von Kindern
München (ddp-bay). Nach der Justiz-Panne im Peggy-Prozess fordert CSU-Generalsekretär Markus Söder mehr Schutzrechte für Kinder bei der Klärung von Sexualdelikten. «Es ist ein Unding, dass Kinder wegen eines Verfahrensfehlers mehrmals die Qual einer Vernehmung durchmachen müssen», betonte Söder heute in München. Der Fall müsse zum Anlass genommen werden, zu prüfen, ob die Möglichkeiten der Videovernehmung ausgeweitet werden können.
Kinder könnten dann separat und mit psychologischer Betreuung zum Tathergang vernommen werden, ohne dass sie dabei dem mutmaßlichen Täter gegenüber stehen, betonte Söder. Außerdem müsse über eine Aufzeichnung der Vernehmung von minderjährigen Zeugen und Opfern vor Gericht verstärkt nachgedacht werden.
Der Prozess vor dem Landgericht Hof war am Dienstag überraschend geplatzt, weil eine nur als Ergänzungsschöffin vorgesehene Laienrichterin als Schöffin mitwirkte. In dem Verfahren geht es um Mord und sexuellen Missbrauch von Kindern. Dem geistig behinderten Aushilfskellner Ulvi K. wird zur Last gelegt, die damals neunjährige Peggy am 7. Mai 2001 erstickt zu haben, um eine Sexualstraftat zu vertuschen. Als Termin für den Neustart des Prozesses ist der 11. November vorgesehen.
29.10.2003 Ster
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