Donnerstag, 13, November 2003
Orte für Kinder müssen sicher sein
Hilfsorganisationen wollen sexuellen Übergriffen vorbeugen
Von Florentine Anders
Der aktuelle Berliner Gerichtsprozess gegen die Kinderschänder aus der Leipziger Straße macht deutlich, wie einfach es für Pädophile ist, ihre Opfer zu ködern. Sie stehen an Spielplätzen, versprechen Geschenke oder locken mit lustigen Spielen. Jugendhilfeorganisationen und Wissenschaftler schlagen Alarm: Orte für Kinder müssen sicherer werden, zumal sich die Szene von Pädophilen immer besser vernetzt. “Pädophile halten sich dort auf, wo Kinder gern sind”, sagt Professor Adolf Gallwitz, Experte in der Polizeiausbildung zum Thema sexueller Missbrauch. Dies gelte besonders für Wohngebiete, in denen viele Schlüsselkinder leben, oder auch für Viertel mit einem hohen Singleanteil. Tatort Nummer eins sei aber das Internet. In Chatrooms für Kinder und Jugendliche würden sich Pädophile oft als Kinder ausgeben. Davor seien die jungen Internetnutzer häufig nicht gewarnt. “Die Lehrer in den Schulen müssten besser ausgebildet sein, um die Schüler aufklären zu können”, fordert der Psychologe.
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