Freitag, 26, September 2003
Operation “Marcy”
Polizei lässt Kinderporno-Ringe hochgehen
Im Rahmen einer internationalen Fahndungsaktion gegen Kinderpornografie-Zirkel hat die Polizei allein in Deutschland 505 Wohnungen durchsucht. Geleitet wurde die Aktion vom LKA Sachsen-Anhalt: In Magdeburg hatten Fahnder Zugang zu einem geschlossenen Pornozirkel gefunden.
Der Polizei gelang in dieser Woche ein Schlag gegen Händler von Kinderpornographie. Das weltgrößte Ermittlungsverfahren stand unter Federführung des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt, berichtet die “Magdeburger Volksstimme”. Von Montag bis Donnerstag seien allein in Deutschland 505 Wohnungen durchsucht worden. Bei der Aktion “Marcy” hätten die Ermittler 38 Internet-Kinderpornozirkel (Communities) gesprengt. Insgesamt wird weltweit gegen rund 26.500 Tatverdächtige in 166 Ländern ermittelt.
In Sachsen-Anhalt habe die Kriminalpolizei 24 Objekte durchsucht, unter anderem in Magdeburg und Halle. Es seien 32 Computer, 380 Videos und 1455 CD-Rom sichergestellt worden. Den größten Fisch in Sachsen-Anhalt hätten die Ermittler in Magdeburg an Land gezogen. Bei einem 37-Jährigen seien 60 CDs - jede mit tausenden Dateien - sowie Videos, Fotoalben und Kinderlederhosen sichergestellt worden.
Ausgangspunkt für die Ermittlungen, die von der Staatsanwaltschaft Halle und dem Landeskriminalamt geleitet wurden, war ein Magdeburger Kinderporno-Fall. Die Polizei war vor einem Jahr auf einen 26-Jährigen aufmerksam geworden, der selbst geschlossene Internet-Zirkel gegründet hatte. Zugang hatten nur Interessenten, die als “Eintrittskarte” selbst kinderpornographische Fotos oder Filmsequenzen zur Verfügung stellten. Das umfangreiche Material hatte die Magdeburger Kripo zu Internet-Anbietern in 166 Staaten geführt.
SPIEGEL ONLINE - 26. September 2003, 11:33
URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,267225,00.html
Dieser Eintrag wurde 170 mal gelesen.
Next entry: Schlag gegen weltweite Kinderporno-Community
Previous entry: International agierende Kinderporno-Zirkel gesprengt

