Donnerstag, 02, Mai 2002
Notinseln: Karlsruher Geschäfte bilden Netzwerk für Kinderschutz
Karlsruhe (dpa)
In Karlsruhe entsteht ein bundesweit einzigartiges Netzwerk für den Kinderschutz: 1000 Bäcker, Metzger, Friseure und andere Geschäfte werden zu «Notinseln», auf die sich bedrohte Kinder flüchten können. Durch große Aufkleber signalisieren die Läden den Kindern in Not, dass sie hinter ihren Türen sicher sind und dort jederzeit Hilfe bekommen. Diese Geschäfte haben sich verpflichtet, sich um die Kinder zu kümmern und sich mit Eltern, Lehrern oder dem Jugendamt in Verbindung zu setzen. Nach Angaben der Kinderschutz-Stiftung «Hänsel & Gretel» wollen Berlin, Hamburg, München, Köln und Bochum die Karlsruher Idee nachahmen.
«Die Jungs aus der 9b wollten Hackfleisch aus mir machen, aber der Metzger hat mir meine Haut gerettet», heißt es auf einem Plakat, das zum Start des Projekts in Karlsruhe zu sehen ist. Auch die Straßenbahnen werben für das neue Notinsel-Netz. In Schulen und Kindergärten werden Info- Flyer verteilt. Seit heute gibt es auch eine eigene Internetseite.
«Wir wollen aber auch die Eltern an ihre Verantwortung erinnern», sagte Jerome Braun, Geschäftsführer von «Hänsel & Gretel». Das Thema müsse in den Familien besprochen werden. So müssten die Eltern ihren Kindern am Schulweg zeigen, an welchen Stellen sie sicher sind und wo sie auch abseits der Geschäfte Notinseln haben, erklärte Braun. In Tante-Emma-Zeiten sei es fast selbstverständlich gewesen, dass Kinder in Notsituationen in ein Geschäft rennen konnten, berichtet Braun. Heute müssten die Kinder darauf erst wieder hingewiesen werden.
Internet:
Stiftung Hänsel und Gretel:
http://www.haensel-und-gretel.org,
http://www.huggyweb.de
http://www.notinsel.de
02.05.2002 Ster
aktualisiert: 16:48 Uhr
Quelle
http://www2.e110.de/artikel/detail.cfm?pageid=67&id=37286
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