Montag, 05, Mai 2003
Mörder von Maria gesucht - Erster DNA-Massentest in Sachsen-Anhalt
Haldensleben (ddp-lsa). Der erste DNA-Massentest in Sachsen-Anhalt startet am Freitag in Sachsen-Anhalt. Damit soll der Mörder der siebenjährigen Maria Juhl aus Haldensleben gefunden werden, wie die Polizei in Stendal heute mitteilte. 2600 Männer, die bis 4. November 1995 in Haldensleben, Hundisburg, Bebertal und Emden wohnten oder noch dort wohnen, sind zum Speicheltest aufgerufen. Das Mädchen fiel im November 1995 einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Sie wurde zunächst sexuell missbraucht und dann getötet. Ihre Leiche wurde in der Nähe des Ortes Bebertal gefunden.
Der Test beginnt nach Polizeiangaben so spät, weil erst seit dem Frühjahr 2000 eine neue Methode zur Typisierung von DNA-Material entwickelt wurde. Jetzt können die DNA-Profile von Vergleichspersonen mit dem genetischen Fingerabdruck einer verwertbaren Spur verglichenwerden.
Zur freiwilligen Untersuchung werden deutsche Staatsbürger aufgefordert, die zwischen dem 1. Januar 1950 und dem 31. Dezember 1960 geboren wurden. Die Polizei geht von einer hohen Beteiligung aus. Jeder der Betroffenen könne durch die Teilnahme am Speicheltet zur Aufklärung der Tat beitragen. Für die Untersuchung der abgegebenen Speichelproben werden nach Polizeiangaben mehrere Monate benötigt.
05.05.2003 Ster
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