Samstag, 09, September 2000
Medienwächter: Jugendschutz auch im Internet
Die Landesmedienanstalten wollen den Jugendschutz künftig auch im Internet sicherstellen. Wie die Übertragung der Überwachungsshow «Big Brother» im Fernsehen und zugleich im Internet gezeigt habe, müssten vergleichbare Schutzmaßnahmen geschaffen werden, forderte die Gemeinsame Stelle Jugendschutz der Medienanstalten in einem gestern veröffentlichten Positionspapier. Das Fernsehen werde immer mehr zum Portal für Internet-Angebote.
Ein einheitlicher Rechtsrahmen für alle elektronischen Medien sei sinnvoll. Die Landesmedienanstalten hätten die notwendige Kompetenz, die Einhaltung dieses Rahmens zu überwachen.
Zudem verfügten die plural getragenen Medienanstalten im Unterschied zu staatlichen Stellen über eine verfassungsrechtliche Position, die ein aufsichtliches Eingreifen «ohne Verstoß gegen das Zensurverbot» erlaube, sagte Wolf-Dieter Ring, Chef der Bayerischen Landesmedienanstalt.
Die Digitalisierung führe zu einer enormen Erweiterung der Medienangebote. Gleichzeitig würden die Grenzen zwischen den Mediengattungen aufgelöst. So habe auf Dauer die Trennung zwischen Rundfunkangeboten und Onlinediensten keinen Bestand mehr. Bereits am 26. September ist zu dem Thema ein Expertengespräch in Saarbrücken vorgesehen. AP/kna
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