Dienstag, 03, April 2007
Leben zwischen den Geschlechtern.
Intersexualität - Erfahrungen in einem Tabu-Bereich (Taschenbuch)
# Taschenbuch: 240 Seiten
# Verlag: Links; Auflage: 1 (November 2003)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3861532905
# ISBN-13: 978-3861532903
# Produktmaße: 20,4 x 12,6 x 2,2 cm
“Was ist es denn, Mädchen oder Junge?” lautet zumeist die erste Frage nach der Geburt eines Kindes. Doch bei etwa 100.000 Menschen allein in Deutschland läßt sich diese Frage nicht klar beantworten. Sie haben männliche und weibliche Geschlechtsorgane und gelten als intersexuell. Es gibt eine Vielzahl von Ursachen und Formen der Ausprägung. Manchmal ist das Aussehen weiblich, obwohl die entsprechenden inneren Organe nicht vorhanden sind, manchmal wächst einem scheinbaren Mädchen in der Pubertät ein Penis. Die Varianten zwischen Mann und Frau sind höchst vielfältig. Da die Gesellschaft aber Eindeutigkeit fordert, entscheiden bisher die Eltern und die Chirurgen über das Geschlecht. Zu 90% schaffen sie Mädchen, weil diese Operation leichter ist. Die Folge sind oft große persönliche Dramen, da das innere Empfinden der betroffenen Personen ganz anders ist und sie sich fremd im eigenen Körper fühlen. Ulla Fröhling ist es gelungen, mit vielen Intersexuellen ins Gespräch zu kommen, die von ih rem ungewöhnlichen Leben mit dem dritten Geschlecht berichten. Sie schildern nicht nur ihre zahlreichen Konflikte mit der Umwelt, sondern auch das zunehmende Selbstbewußtsein der Zwitter , die sich inzwischen in Selbsthilfegruppen organisieren und eine Gesetzesänderung verlangen, eine Überwindung der zwangsweisen Zuordnungen. Gespräche mit Psychologen, Medizinern und Sexualwissenschaftlern vervollständigen die unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema.
Der Verlag über das Buch
Weiblich oder männlich? Ein Ratgeber für den schwierigen Umgang mit dem Thema Zwitter.
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Das da unten ist ein Skandal!
Was die als “Geschlechterzuordnung” bezeichnen, ist in Wahrheit eine Verstümmelung von Hermaphroditen (Intersexuelle). Dies als “Eingriff” zu bezeichnen, ist der blanke Hohn. Die “verfassungsrechtlich geschützte elterliche Autonomie” darf nicht über der körperlichen und seelischen Unversehrtheit von Babies/Kinder stehen, die gar nicht gefragt werden können, ob sie als Mädchen, Junge oder Hermaphrodit leben bzw. aufwachsen wollen.
Und den Satz finde ich ja besonder toll:
“Die Regierung verteidigt die in männlich und weiblich unterteilte Geschlechterdefinition in der deutschen Rechtsordnung.” Das nenne ich u.a. religiösen Fundamentalismus; was gegen das GG verstößt…Regierung: Genehmigungspflicht bei Geschlechterzuordnung nicht vertretbar Recht/Antwort
Berlin: (hib/FID)Eine gesetzliche Genehmigungspflicht für Eltern bei einem irreversiblen medizinischen Eingriff zur Geschlechterzuordnung bei ihrem Kind verstößt nach Auffassung der Bundesregierung gegen die verfassungsrechtlich geschützte elterliche Autonomie. Dies geht aus der Antwort der Regierung (16/4322) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (16/4147) zur rechtlichen Situation Intersexueller in Deutschland hervor. Eltern müssten sich bei der Ausübung des Sorgerechts lediglich am Kindeswohl orientieren, welches nach verbreiteter medizinischer Auffassung durch eine frühzeitige Geschlechtszuordnung nicht gefährdet, sondern gefördert werde.
Eingriffe dieser Art erfolgten mit dem Ziel, dem Kind rechtzeitig eine eindeutige Basis zur Geschlechtsidentität zu geben. Fälle von Schadensersatzforderungen gegenüber Medizinern, die eine geschlechtszuweisende Maßnahme an nicht Zustimmungsfähigen vorgenommen hätten, sind laut der Regierung nicht bekannt.
Die Regierung verteidigt die in männlich und weiblich unterteilte Geschlechterdefinition in der deutschen Rechtsordnung. Das Personenstandsgesetz sehe die Eintragung “Zwitter” als unzulässig an. Das im August 2006 in Kraft getretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schütze jedoch auch zwischengeschlechtliche Menschen. Die Bundesregierung unterstreicht, dass es nicht verfassungswidrig sei, die Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht mit Mitteln des Rechts aufrechtzuerhalten, da diese der freien Entfaltung der Persönlichkeit nicht entgegenstehe.
Herausgeber: Deutscher Bundestag
Posted by on 04/03 at 08:26 PM
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