Dienstag, 04, November 2003
Kinderschänder: eine Spur führt nach Haar
Verdächtiger sitzt in Haft Haar -
Beim Schlag gegen einen Pädophilen-Ring ist der bayerischen Polizei auch ein Mann aus Haar ins Netz gegangen. Er steht im Verdacht, kinderpornografisches Material verbreitet oder gar Kinder missbraucht zu haben, meldet die Polizei.
Als am Abend des 30. Oktober um 20.45 Uhr insgesamt 18 Wohnungen in Bayern aufgebrochen wurden (s. Hauptteil), stand eine Spezialeinheit der Bayerischen Polizei auch vor einer Haarer Haustür. Genauere Angaben zu dem Haarer Fall wollte die Polizei noch nicht machen. Nur soviel: Der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl gegen den Haarer aufgrund des vorgelegten Beweismaterials, der Mann gilt als tatverdächtig.
Die Spezialeinheit der Bayerischen Polizei beschlagnahmte in den Wohnungen der Verdächtigen in Haar, München, Dachau, Freising, Planegg, Germering, Vierkirchen, Altötting und Memmingen insgesamt 36 Computer, 41 Wechselfestplatten, etwa 4000 CD-Roms und noch einmal so viele Disketten, circa 1200 Videokassetten sowie Fotoalben, Adresslisten, Kameras, Tagebücher, Dia-Sammlungen und vieles mehr.
Doch nicht nur ein mutmaßlicher Täter, sondern auch ein wichtiger Tipp, der den Stein zu den Ermittlungen vor knapp einem Jahr ins Rollen brachte, kam aus dem Landkreis München: Es waren zwei Annoncen, die das Polizeipräsidium München auf die Spur des Pädophilen-Rings brachte. Eine davon ratterte Ende vergangenen Jahres per Fax in die Anzeigenredaktion des Südost Kuriers in Putzbrunn: Die “Pädo-Selbsthilfe- und Emanzipationsgruppe München” Inserat bringt Ermittlungen ins Rollen wollte dort per Inserat für ihre regelmäßigen Treffen werben. Doch aufmerksamen Mitarbeitern kam diese Anzeige verdächtig vor, und sie legten das Fax auf den Schreibtisch der Inhaberin und Geschäftsführerin Petra Schmid. “Mir kam das Inserat gleich dubios vor und dann hab ich mir die angegebene Internetadresse angeschaut”, erinnert sich Petra Schmid. Sie griff zum Telefon und verständigte die Polizei in Ottobrunn, die ihre Bedenken teilte. Schmid faxte die Annonce schließlich ans zuständige Dezernat im Münchner Polizeipräsidium, die Veröffentlichung des Inserats verweigerte sie dem Auftraggeber.
Seither hat Petra Schmid nichts mehr von der Geschichte gehört. Umso erstaunter war die zweifache Mutter, als sie hörte, dass sie mit ihrer Umsicht einen wichtigen Hinweis auf den Kinderschänder-Ring geben konnte. Claudia Erl
mm
atum: 04.11.2003
Artikel EmpfehlenDieser Eintrag wurde 182 mal gelesen.
Next entry: Sonja-und-Tom-Prozess
Previous entry: Auch Wohnung in Vierkirchen durchsucht Dachau (cc)

