Sonntag, 22, Juni 2008
Kindermörder will neuen Prozeß Niedrigere Strafe erwartet?
München (ddp). Der zu lebenslanger Haft verurteilte Kindermörder Magnus Gäfgen plant bei einem Erfolg seiner Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Wiederaufnahme seines Verfahrens in Deutschland. Gäfgens Verteidiger Michael Heuchemer sagte dem Nachrichtenmagazin «Focus» laut Vorabbericht: «Wenn aus der Urteilsbegründung hervorgeht, dass die Beweiserhebung zu großen Teilen illegal war, weil zentrale Menschenrechte missachtet wurden, werden wir einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens stellen.» In seiner Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland macht Gäfgen geltend, die deutschen Behörden hätten gegen das Folterverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention und gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens verstoßen.
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