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Mittwoch, 14, März 2001

Kampf gegen Kinder-Prostitution

Datum:  14.03.2001
Ressort:  Politik
Autor:  Anne Françoise Weber
Seite:  06

Kampf gegen Kinder-Prostitution
Deutschland arbeitet mit Tschechien und Polen zusammen

BERLIN, 13. März. Deutschland, Tschechien und Polen wollen gemeinsam stärker gegen Kinder-Prostitution im Grenzgebiet vorgehen. Dazu soll eine trinationale Arbeitsgruppe zusammengestellt werden, wie die Parlamentarische Staatssekretärin Cornelie Sonntag-Wolgast am Dienstag in Berlin erklärte. Obwohl genaue Zahlen nicht bekannt sind, geht die Abteilungsleiterin Prävention im tschechischen Innenministerium, Jitka Gjuricova, davon aus, dass sich die Zahl deutscher Sextouristen im tschechischen Grenzgebiet in den letzten Jahren stark erhöht hat.

In der Arbeitsgruppe sollen Polizei, Ministerien und Nichtregierungsorganisationen der beteiligten Länder kooperieren. “Potenzielle Straftäter können nur mit Aufklärung und Androhung von Haftstrafen angesprochen werden”, erklärte Sonntag-Wolgast. Zugleich müsse die Bereitschaft, solche Straftaten anzuzeigen, wachsen.

Sextourismus nach Asien

Auch das Katholische Missionswerk missio fordert dazu auf, verstärkt gegen Sextourismus und Kinderprostitution vorzugehen. Nach Angaben des Werkes fliegen jährlich rund 400 000 Sextouristen nach Thailand, Sri Lanka und in andere Länder. “Das entspricht jeden Tag drei voll besetzten Boeings mit 300 bis 400 Passagieren”, erklärte missio-Mitarbeiter Jörg Nowak am Dienstag in Berlin.

Mit einer “Aktion Schutzengel” will das Hilfswerk in Deutschland über 400 000 Menschen finden, die sich öffentlich gegen Kinderprostitution stellen. “Wir wollen zeigen, dass die Sextouristen in der Minderheit sind”, sagte Armin Ehl, Vizepräsident von missio. Spendengelder sollen Projekte in Afrika und Asien unterstützen, die die misshandelten Kinder therapeutisch begleiten.

Die Aktion wendet sich auch an Passagiere, Zollbeamte und Reiseunternehmen auf den Flughäfen. “Wir wollen die Wut unter den Reisenden über diese Taten bündeln und den Tätern Angst machen”, erklärte Nowak. Wenn auf Flügen nach Bangkok bereits die Stewardessen “angegrapscht” würden, solle es auch möglich sein, dass sich eine Stewardess mit einer Ohrfeige wehrt und dafür Verständnis erntet. Für das Problem des Sextourismus fordert Nowak die gleiche Aufmerksamkeit wie für das Sexualverbrechen an der 12-jährigen Ulrike aus Eberswalde.

Am Mittwoch und Donnerstag findet in Berlin eine Konferenz statt, die fünf Jahre nach der Weltkonferenz gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern einen “nationalen Aktionsplan” verabschieden soll. Nach einer Schätzung von Unicef arbeiten weltweit zwei Millionen Kinder als Prostituierte, in Deutschland wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge zwischen 5 000 und 40 000.

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Gepostet von am 03/14 um 09:44 PM

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