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Mittwoch, 26, November 2008

Inzest: Leipziger Geschwisterpaar zieht vor den Europäischen Gerichtshof

Leipzig. Der wegen Inzests verurteilte Leipziger Patrick S. soll Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingelegt haben. Das berichtet Spiegel Online. Der junge Mann hatte mit seiner Schwester Susan K. vier Kinder gezeugt und wurde deshalb mehrfach zu Haftstrafen verurteilt.

In seiner Beschwerde mache der junge Mann geltend, dass die Urteile sein Recht auf “Achtung des Privat- und Familienlebens” verletzen würden. Die Richtersprüche erfüllten kein “dringendes soziales Bedürfnis”, so der Dresdner Anwalt des Klägers Endrik Wilhelm.

Zudem hätten die deutschen Gerichte ihren “Spielraum” zur Beachtung der Europäischen Menschenrechtskonvention “völlig verkannt”. Der Inzest habe nicht in einer bestehenden Familie stattgefunden. Die Geschwister waren getrennt voneinander aufgewachsen und hatten sich erst als Jugendliche kennengelernt. Die “durch die Liebe zwischen den Geschwistern” entstandene neue Familie sei durch die Verteilung “auseinander gerissen” worden.

Patrick S. war zuletzt im November 2005 vom Amtsgericht Leipzig zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Einen Teil hatte er bereits verbüßt, der Rest war wegen seiner Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zunächst ausgesetzt worden. Die Beschwerde wurde wie das Gnadengesuch an Sachsens Justizminister Geert Mackenroth (CDU) abgelehnt. Der Mann sitzt derzeit noch eine 13-monatige Reststrafe ab.

ast, LVZ-Online / dpa
© LVZ-Online, 26.11.2008, 17:15 Uhr
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