Montag, 10, Juli 2000
Internet: Schärferes Vorgehen gegen Kinderpornos
Mehr Beamte und bessere Technik gefordert
(10.07.00) Kinderpornografie im Internet wird nach Ansicht der Initiative “Pro Kind” von deutschen Behörden nicht ausreichend bekämpft. Im Radiosender “Berlin Aktuell 93.6” kritisierte die Vereins-Initiatorin Anja Wisenmann aus dem hessischen Kelkheim die Kriterien für Kinderpornografie als “zu lasch”.
So spreche der Gesetzgeber erst dann von Pornografie, wenn der Genitalbereich der Kinder direkt gezeigt werde. Andere Nacktfotos würden als Akt oder Kunst gewertet. “Nacktfotos von Kindern sind schließlich ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte”, kritisierte Wisenmann.
Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) wurden im vergangenen Jahr 1.008 Verdachtsfälle von Straftaten aus dem Bereich Kinderpornografie registriert, berichtete der Sender. Im ersten Halbjahr 2000 waren es 549. Diese Zahlen stellten jedoch “nur die Spitze des Eisbergs” dar, sagte Wisenmann.
Auch das BKA geht dem Bericht zufolge von einer erheblichen Dunkelziffer aus.
Wisenmann forderte, zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet müßten die einzelnen Bundesländer mehr Beamte einsetzen. Außerdem müsse die Polizei mit besserer Technik ausgerüstet werden.
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