Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Montag, 05, Mai 2003

Innerfamiliäre Gewalt – Gewalt an Kindern

Familienministerin Stewens: 2002 wurden 2.958 Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern angezeigt – Höchststand seit 10 Jahren

„Im vergangenen Jahr wurden in Bayern 2.958 Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern zur Anzeige gebracht – so viel wie in den vergangenen zehn Jahren nicht“, teilte Bayerns Familienministerin Christa Stewens heute in München mit. Mehr als drei Viertel der Opfer waren Mädchen.

Stewens: „Wir müssen davon ausgehen, dass das Dunkelfeld noch weit größer ist. Gleichwohl scheint die innerfamiliäre Gewalt nicht zugenommen zu haben, wohl aber die Bereitschaft, diese anzuzeigen. Hier hat der Ausbau der Hilfsangebote ebenso Wirkung gezeigt wie das neue Bewusstsein von Frauen, sich wehren zu können. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit ist es uns in den letzten Jahren zudem gelungen, das öffentliche Bewusstsein gerade für die Probleme von Kindern, die Gewalt erlitten haben, wachzurütteln“.

Speziell mit innerfamiliärer Gewalt befasste sich auch das Nürnberger Modellprojekt ‚Kooperation Polizei-Jugendarbeit-Sozialarbeit-Schule’ (PJS), dessen Ergebnisse heute in Nürnberg vorgestellt wurden. Als „vollen Erfolg“ bilanzierte Stewens das von März 1998 bis Februar 2003 durchgeführte Projekt, das zum Ziel hatte, die Zusammenarbeit der Institutionen Polizei, Jugendhilfe, Sozialarbeit und Schule zu verbessern. Der Freistaat Bayern beteiligte sich mit rund 500.000 Euro an den Gesamtkosten von über 735.000 Euro; den Rest übernahm die Stadt Nürnberg.

Auf der Bilanzpressekonferenz in Nürnberg hob Ministerialdirigentin Johanna Huber, Leiterin der Abteilung ‚Familie und Jugend’ im Familienministerium, hervor, dass es während des Modellprojekts gelungen sei, Strukturen für eine effektive Zusammenarbeit in der Krisenhilfe herauszuarbeiten. „Die Schnittstellen zwischen Polizei, Sozialdienst und kommunaler Jugendarbeit funktionieren nun reibungslos. Die Zusammenarbeit mit der Schule wurde erheblich verbessert. Die Kooperation zwischen Polizei und Jugendhilfe bei sexuellem Missbrauch von Kindern wurde gestärkt und das Krisenhilfesystem für Erwachsene weiterentwickelt“, betonte Huber. Die Ergebnisse des Modellprojekts sollen auf andere Regionen in Bayern übertragen werden.

Wie Stewens gleichzeitig in München ankündigte, werden die gewonnenen Erfahrungen in ein neues Modellprojekt einfließen, das die Beratungssituation von Opfern Häuslicher Gewalt in Bayern speziell im Hinblick auf das Anfang 2002 in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz verbessern und die fachlichen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen klären soll. 6 Frauenhäuser in Bayern, darunter auch das Frauenhaus in Nürnberg, werden sich an dem zweijährigen Projekt beteiligen, das im September 2003 starten wird.

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Gepostet von am 05/05 um 04:09 AM

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