Mittwoch, 19, November 2008
Geschwister zur Prostitution gezwungen: Angeklagter leugnet
Berlin (ddp-bln). Ein 24-jähriger Mann muss sich seit Dienstag wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der Slowake ist angeklagt, im August 2006 zwei Schwestern im Alter von 14 und 16 Jahren aus seiner Heimatstadt unter dem Vorwand, einen Ausflug zu machen, nach Berlin gelockt und hier zur Prostitution gezwungen zu haben.
Von August bis Oktober 2006 sollen die jungen Slowakinnen für den Angeklagten und seine Schwester als Prostituierte gearbeitet haben, wobei sie «zum Teil mit Schlägen gefügig gemacht» wurden. Der Anklage zufolge behielten er und seine Schwester den gesamten «Unzuchtserlös» von insgesamt 10 000 Euro für sich. Im Prozess hat der Angeklagte den Vorwurf bestritten. Er habe die Mädchen weder nach Berlin gebracht noch zur Prostitution gezwungen oder Geld dafür bekommen, sagte er.
Er gab zu, die Schwestern zu kennen. Sie seien in ihrer Heimatstadt von einem Türken, der in Neukölln einen «Puff» habe, angesprochen und nach Berlin gefahren worden, sagte der Angeklagte. Er wisse, dass sie hier als Prostituierte gearbeitet hätten. «Das haben die aber freiwillig gemacht, um Geld zu verdienen», sagte er. Der 24-Jährige räumte lediglich ein, dass ihn der Türke gebeten habe, für ihn «nach Mädchen Ausschau zu halten». Er habe damit aber nichts zu tun haben wollen, sagte er. Der Prozess wird nächsten Dienstag fortgesetzt.
19.11.2008 Ta
http://www.e110.de/artikel/detail.cfm?pageid=67&id=91816
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