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Sonntag, 17, März 2002

Forschung: Sexualstraftäter nicht unbedingt psychisch krank!

Jena (dpa)

Die wenigsten Menschen, die Sexualstraftaten begehen, sind nach Einschätzung von Ärzten psychisch krank. Der geringste Anteil von Sexualstraftaten richtet sich gegen Kinder, berichtet das «Ärzteblatt Thüringen» in seiner Märzausgabe. Die überwiegende Anzahl der Sexualdelikte trage anderen Charakter, heißt es in der von der Landesärztekammer herausgegebenen Fachzeitschrift.

In der anhaltenden öffentlichen Debatte um Sexualmorde bestehe die Gefahr, die Relationen zu verlieren, warnt das Blatt. Lediglich 0,7 Prozent aller bundesweit verurteilten Straftäter begingen Sexualdelikte. Dies seien etwa 5000 bis 6000 Fälle aller Straftaten. Die Zahl der Sexualmorde an Kindern gehe seit den 50er Jahren konstant zurück, heißt es unter Berufung auf bundesweite Kriminalitätsstatistiken. Die Zahl der Sexualmorde an Kindern beziffert die Zeitschrift auf vier bis sechs pro Jahr.

Den typischen psychisch kranken Sexualstraftäter gibt es nach Angaben des «Ärzteblatts» nicht. Das Spektrum reiche von geistig leicht bis mittelgradig behinderten und in ihrer sozialen Entwicklung zurückgebliebenen Männern bis hin zu Tätern, bei denen neurotische Fehlentwicklungen zu Straftaten führten. Entsprechend unterschiedlich seien Möglichkeiten und Erfolgsaussichten einer Therapie.

Rückfälle unbehandelter Sexualstraftäter sind nach Angaben des «Ärzteblatts» seltener als gemeinhin angenommen. Die Rückfallrate liege bei 12 bis 20 Prozent. Therapien könnten die Rückfallrate um bis zu 30 Prozent senken. Das sei eine beachtliche Quote.

17.03.02 Dis

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Gepostet von am 03/17 um 12:50 AM

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