Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Mittwoch, 27, Februar 2002

Fall «Laura»:

Polizei schnappt mutmaßlichen Kinderschänder in Neustrelitz

Neustrelitz (ddp-nrd). Der wegen Kinderschändung im «Fall Laura» dringend tatverdächtiger Mann ist heute Morgen von der Polizei in einer Neustrelitzer Wohnung festgenommen worden. Der 19-jährige Neubrandenburger sei vollkommen überrascht gewesen und habe keinen Widerstand geleistet, sagte ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage. Im Einsatz waren drei Streifenwagenbesatzungen. Den entscheidenden Tipp hat die Polizei nach eigenen Angaben gegen 7.00 Uhr durch einen Neustrelitzer Bürger bekommen, der den Mann auf einem Fahndungsfoto in der Zeitung wiedererkannt hatte. Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg hatte erst gestern Abend auf einer Pressekonferenz die seit vorgestern laufende Fahndung bestätigt.

Ärzte stellten DNA-Material sicher
Laut Moser waren die Ermittler dem Tatverdächtigen durch die vergleichende Analyse von DNA-Material auf die Spur gekommen. Moser lobte in diesem Zusammenhang das besonnene Handeln von Ärzten des Neubrandenburger Klinikums. Diese hätten fremde DNA-Spuren bei der Erstbehandlung des Kindes als Beweismittel sofort sichergestellt. Es gebe «praktisch keinen vernünftigen Zweifel» , dass diese DNA-Material von Gers stamme, sagte der Oberstaatsanwalt.

Der Tatverdächtige war vor einer Woche untergetaucht, nachdem er wie fast 1000 andere junge Männer zu einem Speicheltest aufgefordert worden war. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist die von ihm genommene Probe identisch mit dem DNA-Materail seines Opfers. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Kinderschändung und versuchtem Mord erlassen. Nach Angaben der Polizei wurde er am Nachmittag in Neubrandenburg von einem Haftrichter vernommen.

Insgesamt hatten 960 junge Männer aus Neubrandenburg sich freiwillig einem solchen DNA-Test in den letzten Wochen unterzogen. Eine Sondergruppe der Kripo hatte zeitweise mit 24 Beamten die Ermittlungen geführt.

Mutmaßlicher Täter wohnt bei Tatort
Gers, der in der Nähe der Bushaltestelle wohnt, war durch die Polizei bereits zwei Tage nach der Tat routinemäßig befragt worden.

Der Mann habe jedoch zunächst ein Alibi vorweisen können. Dieses habe sich inzwischen jedoch auch als nicht haltbar herausgestellt, sagte der Neubrandenburger Kripo-Chef Harald Mück.

Laura war am 17. Dezember unbekleidet und völlig verstört in einem Gebüsch an einer Bushaltestelle in Neubrandenburg von Passanten aufgefunden worden. Sie hatte den Täter relativ genau beschreiben können.

27.02.2004 SR aktualisiert 11.30h

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Gepostet von am 02/27 um 01:47 AM

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