Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Dienstag, 22, Juli 2008

Ex-Polizeichef kritisiert Ende der Ermittlungen

Harte Worte: Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens im Fall der verschwundenen Madeleine McCann ist auf harsche Kritik gestoßen. Der frühere Polizeichef Alipio Ribeiro bezeichnete das Ende der Ermittlungen als “voreilig”.

Lissabon - “Der Fall eines verschwundenen Kindes kann nicht so kurze Zeit nach dem Drama aus Mangel an Beweisen zu den Akten gelegt werden”, schrieb Riberio am Dienstag in der Tageszeitung “Diario Economico”. Die kleine Britin war im Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus einer Ferienanlage an der Algarve verschwunden. Ihre Eltern starteten eine beispiellose Kampagne, gerieten aber schließlich selbst ins Visier der portugiesischen Beamten.

“Die Ermittlungen haben eine längere Lebensdauer als die Nachricht oder das Gedächtnis der Medien”, kritisierte Ribeiro, der im Mai zurückgetreten war, weil er die pausenlose Berichterstattung über den Fall leid war. Die Einstellung des Verfahrens könne einer späteren Aufklärung des Falles schaden, warnte der frühere Polizeichef.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag erklärt, sie lege den Fall zu den Akten, “weil es keinerlei Beweise dafür gibt, dass von den Personen, gegen die ermittelt wurde, ein Verbrechen verübt wurde”. Die Beamten hatten zunächst formell gegen den in Portugal lebenden Briten Robert Murat und später auch gegen Maddies Eltern Kate und Gerry McCann ermittelt.

Der entlassene Inspektor Gonçalo Amaral, der die Untersuchungen leitete, betonte nach der Einstellung des Verfahrens, damit seien die Eltern des Kindes nicht von jeglichem Verdacht reingewaschen. Amaral war im Oktober seines Amtes enthoben worden, da er seine britischen Kollegen kritisiert hatte. “Das ist keine Erklärung der Unschuld. Die Behörde sagt nicht, dass sie unschuldig sind”, sagte Amaral dem “Correio da Manhã”.

Amaral hält weiterhin die Eltern für die Hauptverdächtigen. Am Donnerstag will er sein Buch über die Affäre unter dem Titel “Die Wahrheit der Lüge” vorstellen. Amaral geht davon aus, dass das Kind in dem Ferienappartement der McCanns gestorben ist.

jdl/AFP

URL:

  * http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,567290,00.html

Artikel Empfehlen
Dieser Eintrag wurde 176 mal gelesen.
Gepostet von am 07/22 um 03:24 PM

Name:

Email:

Location:

URL:

Smileys

An Loggin erinnern

Benachrichtigen bei Antworten?

Mit Code bestätigen (Spamschutz):


<< Zurück zur Startseite