Dienstag, 14, August 2007
Ex-Heimleiter erneut belastet
Der jüngste Pflegesohn wirft dem Ersatzvater sexuellen Missbrauch vor – Psychologin hält Aussagen für glaubwürdig
PFORZHEIM/REMCHINGEN. Ein weiterer Pflegesohn hat den früheren Leiter des Kinderheims Sperlingshof in Remchingen schwer belastet. Sein Pflegevater habe ihm für sexuelle Massagen Geld gegeben, sagte der 20-Jährige.
Alle vier Pflegesöhne des ehemaligen Heimleiters (44 Jahre) sind keine Unschuldslämmer. Sie hatten eine schwere Kindheit, als sie nach Remchingen in das Kinder- und Jugendheim kamen. Der hochqualifizierte Chef des Sperlingshofs nahm als Betreuungsvater vier Jugendliche in seiner Wohnung unter seine Fittiche. Zwei seiner Pflegesöhne können sich bis heute nicht vorstellen, dass ihr Ersatzvater die beiden anderen Mitbewohner sexuell missbraucht hat. Als Zeuge hatte ein Pflegesohn einen Missbrauchsfall geschildert, der freilich verjährt ist. Vor der Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim wiederholte gestern unter Ausschluss der Öffentlichkeit der jüngste Pflegesohn seine Vorwürfe gegen den Ersatzvater. Mit seinen Aussagen bei der Polizei hatte der Hauptbelastungszeuge den Stein ins Rollen gebracht.
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