Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Montag, 17, März 2003

die story

montags um 22.30 Uhr im WDR Fernsehen

Gefangen im Eiskeller
Inszest - Das verdrängte Verbrechen

17.03.2003 um 22.30 Uhr

Ein Film von Christian Jenztsch
Redaktion: Klaus Antes / Peter Winterberg

Am Abend des 2. April 1990 wird Silvia Kaelke gemeinsam mit ihrer 10jährigen Tochter in ein DDR-Krankenhaus eingeliefert: Akute Tablettenvergiftung. Zwei Tage später beginnt die Volkspolizei mit ihrem Verhör. Es besteht der Verdacht des versuchten Kindsmordes mit anschließender Selbsttötungsabsicht. Im Verlauf der weiteren Ermittlungen stoßen die Beamten auf ein schreckliches Verbrechen. Silvia Kaelke erzählt, ihre Tochter, schwerstbehindert, stamme von ihrem eigenen Vater, der sie über ein Dezennium sexuell missbraucht habe, erstmals im Alter von zwölf Jahren. Silvia Kaelke gelingt es alleine nicht, das sie in Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit treibende Inzestverhältnis zu beenden. Mehrere Versuche auszubrechen aus der Enge des Elternhauses scheitern. Die eigene Mutter, die Brüder, auch die Nachbarn im mecklenburgischen Dorf - alle wussten von dieser unglaublichen Geschichte. Aber keiner macht den Mund auf, niemand klagt an. Erst Jahre später wagt sich Silvia Kaelke, die nach ihrem Abitur ursprünglich Lehrerin werden wollte, mit ihrem schrecklichen Geheimnis an die Öffentlichkeit. Doch der Skandal soll auch jetzt noch vertuscht werden. Ärzte bieten ihr als Behandlung Elektroschocks an, als Schlussstrich-Therapie, damit sie vergessen kann, was war. Sie aber will Gerechtigkeit, vor allem im Namen ihrer Tochter, die von ihr rund um die Uhr betreut wird, aber auch weil der Vater des Kindes bis heute unbehelligt blieb. In der Story von Christian Jentzsch spricht Silvia Kaelke über ihr trauriges, verstörtes Leben zwischen Angst und Scham, Abhängigkeit und später Befreiung. Die Aussagen von Zeitzeugen, Familienangehörigen und Offiziellen komplettieren diese eindringliche Milieustudie, die verdeutlicht, wie in der DDR-Gesellschaft das System des kollektiven Verschweigens funktionierte.

Quelle:

http://www.wdr.de/tv/diestory/

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Gepostet von am 03/17 um 05:47 PM

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