Donnerstag, 28, Dezember 2006
Die Gewalttaten gegen wehrlose Kinder in Deutschland nehmen kein Ende
Köln (AP) Während das Landgericht Trier am Donnerstag eine 32-Jährige wegen Tötung ihres Pflegekindes zu 13 Jahren Haft verurteilte, wurde ein fünf Monate altes Mädchen halbtot in eine Kölner Intensivstation eingeliefert. Der Vater, der das Kleinkind massiv am Kopf verletzt haben soll, wurde in Untersuchungshaft genommen.Die Trierer Richter verurteilten die 32-Jährige aus Lissendorf in der Eifel wegen vorsätzlichen Totschlags. Sie warfen ihr vor, das zweijährige Mädchen monatelang gequält und misshandelt und ihm am 21. November 2005 unter anderem einen Schädelbruch zugefügt und damit tödlich verletzt zu haben.Die in Kamerun lebende leibliche Mutter hatte das Mädchen im Januar 2005 ihrer Landsfrau in Lissendorf übergeben. Diese sollte für das Mädchen eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland erwirken und gab es als ihr eigenes Kind aus. Das Martyrium der kleinen Salomé begann, nachdem der deutsche Ehemann der Pflegemutter ausgezogen war.Das fünf Monate alte Mädchen in Köln befand sich am Donnerstag nach wie vor in akuter Lebensgefahr. Der 23-jährige Vater soll den Säugling am Kopf verletzt und geschüttelt haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Gegen den Vater wurde Untersuchungshaft angeordnet. Er wird verdächtigt, das Kind in Abwesenheit der von ihm getrennt lebenden 18-jährigen Mutter schwer misshandelt zu haben.Der 23-Jährige hatte laut Staatsanwaltschaft am vergangenen Freitag den Notarzt wegen eines angeblichen Atemstillstands des Kindes gerufen. In der Klinik seien schwere Kopfverletzungen und ein Schütteltrauma festgestellt worden. Nach Einschätzung der Ermittler ist der Mann gegen das Kind zwei Mal, am Donnerstag und am Freitag, gewalttätig geworden. Der Beschuldigte bestreitet dies.
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