Freitag, 06, März 2009
Deutscher SPD-Politiker tritt nach Kinderporno-Verdacht zurück
Stuttgart - Der deutsche SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss tritt wegen eines Kinderpornografie-Verdachts von seinen Ämtern zurück. Sein Bundestagsmandat will er jedoch behalten. Die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen wies der Politiker zurück.
Tauss teilte mit, dass er seine sämtlichen Partei- und Fraktionsämter mit sofortiger Wirkung niederlegt. Durch die Ermittlungen gegen ihn sollten die Partei und die Fraktion nicht belastet werden, hiess es in einer Erklärung von Tauss.
Der 55-Jährige ist derzeit Generalsekretär der Landes-SPD in Baden-Württemberg und medienpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Tauss äusserte sich überzeugt, dass sich im Laufe der Ermittlungen seine Unschuld erweisen werde. Er sei “absolut sicher”, dass der Vorwurf schnell ausgeräumt werden könne.
Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft Büros und Wohnungen von Tauss in Berlin und in Bretten bei Karlsruhe durchsucht. Sie fand in Tauss’ Berliner Wohnung kinderpornografisches Bildmaterial. Der Politiker hatte das Vorhandensein von “einschlägigem Material” mit seiner Tätigkeit als Abgeordneter erklärt.
Tauss gehört seit 1994 dem Deutschen Bundestag an und ist forschungs- und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Er beschäftigte sich nach eigenen Worten seit Jahren mit der Kinderpornografie-Szene. Eine “Revanchehandlung” der kriminelle Szene wurde in der deutschen Presse nicht ausgeschlossen.
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