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Montag, 21, Juli 2008

Besuch in Australien

Papst bedauert Missbrauch durch Geistliche

Papst Benedikt XVI. hat in Australien den sexuellem Missbrauch von Kindern durch katholische Priester verurteilt.

“Der Schmerz und das Leiden, das die Opfer ertragen haben, tut mir aufrichtig leid und ich versichere ihnen, dass ich als ihr Pastor das Leiden teile”, sagte das Oberhaupt der Katholiken während einer Messe mit australischen Geistlichen in Sydney. Die Fälle von sexuellen Übergriffen auf Minderjährige durch Priester seien zutiefst beschämend und hätten auch das Ansehen der katholischen Kirche beschädigt.

Die Täter müssten vor Gericht gebracht und eindeutig verurteilt werden, forderte Benedikt XVI. Die Missbrauchsfälle stellten einen schweren Vertrauensbruch dar, sagte der Papst. Das Wort “Entschuldigung”, wie von vielen Opferverbänden verlangt, benutzte er dabei aber nicht.

Opfergruppen reagierten unterschiedlich. Ein Sprecher nannte die Äußerungen des Papstes “wunderbar”. John Hennessey dankte Benedikt vor allem für die Worte von “Scham”, “Verrat”, “Mitgefühl” und “Fürsorge”.

“Bedauern kann ein Anfang sein, aber wir wollen viel mehr sehen”, erklärte hingegen der Vorsitzende der Opferschutzorganisation Broken Rites, Chris MacIsaac. Der Papst müsse seine australischen Bischöfe anweisen, nicht länger den Zugang von Missbrauchsopfern zu Zivilgerichten zu blockieren.

Kritiker werfen der katholischen Kirche vor, sie wolle verhindern, dass Opferfälle polizeilich und gerichtlich verfolgt werden. Stattdessen versuche sie, im Vorfeld mit den Betroffenen Vereinbarungen zu treffen.

Treffen erwünscht
Die Opferverbände hatten ein Treffen mit dem Papst und eine Entschuldigung verlangt. Eine solche Begegnung stand nicht auf seinem Programm. Beim Papst-Besuch im Frühjahr in den USA hatte der Vatikan allerdings außerhalb des Medienrampenlichts ein Treffen mit Missbrauchsopfern organisiert und erst später darüber informiert. In Australien sind nach Angaben von Opfergruppen bislang 107 Priester wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden.

Weitere Prozesse laufen noch. Broken Rites geht aber davon aus, dass die Justiz über weitere Fälle, von denen kirchliche Würdenträger Kenntnis haben, noch nicht informiert wurde. Auch dem Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, wurde von mehreren Missbrauchsopfern vorgeworfen, er habe die Fälle vertuschen wollen. Zwei Tage vor Ankunft des Papstes in Australien ordnete er schließlich die Einsetzung einer Kommission ein, die die Vorwürfe gegen ihn unabhängig prüfen solle.

Quelle:
http://www.tagesschau.de/ausland/weltjugendtag138.html

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Gepostet von am 07/21 um 11:48 AM

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