Freitag, 06, Dezember 2002
Augenarzt: Schmökel hat zur Tatzeit wahrscheinlich schlecht gesehen
Neuruppin (dpa) - Im Mordprozess gegen den Gewaltverbrecher Frank Schmökel hat ein Augenmediziner dem Angeklagten entgegen den Angaben einer Kollegin schlechtes Sehvermögen bescheinigt. «Es ist eher wahrscheinlich, dass Schmökel zur Tatzeit schlecht gesehen hat», sagte der aus Königs-Wusterhausen stammende Experte heute vor dem Neuruppiner Landgericht. Der angeklagte Triebtäter hatte beteuert, er sei in das Grundstück seines späteren Opfers eingedrungen, weil er dort ein Mädchen gesehen habe, das er vergewaltigen wollte. Erst als sich dieses als Mann «entpuppte», habe er zugeschlagen. Der Rentner starb.
«Schmökel kann aus 10, 20 Metern erkennen, ob es sich um einen Mann, eine Frau oder ein Mädchen handelt - sogar ohne seine Brille», hatte die Augenärztin des an Grünem Star leidenden Gewalttäters in der vergangenen Woche gesagt. Sein Sehvermögen habe im schlimmsten Fall bei 80 Prozent gelegen. Dies gelte nur, wenn Schmökel die Augen zukneife, berichtete nun der als Gutachter gehörte Augenarzt, den die Verteidigung am zwölften Verhandlungstag überraschend ins Gericht kommen ließ. Heute werden noch die Plädoyers der Anwälte erwartet.
06.12.2002 Ster
Quelle:
http://www3.e110.de/artikel/detail.cfm?pageid=67&id=51377
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