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Freitag, 07, November 2008

37-Jähriger gesteht Missbrauch von Sohn - Festnahme dank Internet

Halle. Ein Sachsen-Anhalter, der nach einer spektakulären Fahndungsaktion mit Hilfe kanadischer Internet- Ermittler gefasst worden war, hat den mehrfachen sexuellen Missbrauch seines Sohnes gestanden. Er habe dabei jedoch keine Gewalt und keine Drohungen angewendet, sagte der 37-Jährige aus Günthersdorf (Saalekreis) am Freitag zu Beginn des Prozesses am Landgericht Halle. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren sexuellen Missbrauch sowie Verbreitung, Erwerb und Besitz von Kinderpornografie vor. Die Kammer hatte angekündigt, im Fall eines umfassenden Geständnisses eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren auszusprechen. Bis zu 15 Jahre sind für die angeklagten Vergehen möglich.

Der Mann soll sich von August 2003 bis April 2008 in elf Fällen an dem damals 9 bis 14 Jahre alten Jungen vergangen haben. Dieser ist nicht sein leibliches Kind, sondern der Sohn eines befreundeten Paares, für den er vom Jugendamt die Vaterschaft übertragen bekommen hatte. Inzwischen lebt das Opfer wieder bei seiner Mutter. Er verfluche unterdessen den Tag, an dem es zum ersten sexuellen Kontakt kam, sagte der Angeklagte. Er bestritt, das Kind über einen Zeitraum von fünf Jahren missbraucht zu haben. „Der Junge hat alles von mir bekommen“, sagte der 37-Jährige.

Den Missbrauch des Jungen soll er per Digitalkamera aufgenommen und die Bilder über das Internet zum Tausch verbreitet haben. Die kanadische Polizei entdeckte die Fotos, auf denen auch deutsche Himbeerbrause und ein Schulbuch zu sehen waren, dass es nur in den neuen Bundesländern gibt. In einer Umfrage unter Hunderten von Lehrern kamen die Ermittler dem Mann auf die Spur: Eine Lehrerin erkannte den Jungen auf einem der Bilder als ehemaligen Schüler wieder.

Der Mann hatte zuletzt in einem Leipziger Autohaus gearbeitet. Er hatte dort einen Computer für das Verbreiten von Kinderpornografie genutzt und wurde am Arbeitsplatz festgenommen. Mit dem Geständnis vor Gericht hat der Mann seinem Ziehsohn die geplante Befragung als Zeuge erspart. Zudem wurden weitere Zeugen ausgeladen. Das Urteil soll voraussichtlich Ende November gesprochen werden.

dpa
© LVZ-Online, 07.11.2008, 21:58 Uhr
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Gepostet von am 11/07 um 11:56 PM

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