Samstag, 10, August 2002
20 Festnahmen bei Schlag gegen internationalen Kinderporno-Ring
Die US-Behörden haben einen internationalen Kinderpornoring zerschlagen, der zum großen Teil von den Eltern der missbrauchten Kinder selbst betrieben wurde. 20 Verdächtige aus den USA und Europa - auch aus Deutschland- , wurden bei der Operation “Hamlet” festgenommen, wie die US-Zollbehörde am Freitag mitteilte. “In vielen Fällen zwangen die Eltern ihre Kinder zu sexuellen Handlungen, die dann fotografiert und ins Internet gestellt wurden”, sagte Robert Bonner von der US-Zollbehörde. Nach weiteren 15 mutmaßlichen Mitgliedern der kriminellen Vereinigung werde noch gefahndet.
Bonner zeigte sich schockiert und nannte das Verhalten der Beschuldigten “verabscheuungswürdig und abstoßend”. Er forderte, die verdächtigen Eltern sollten für immer von ihren Kindern ferngehalten werden. Gegen 15 mutmaßliche Mitglieder des Rings wurde bereits vor einem kalifornischen Gericht Anklage erhoben. Bei einer Verurteilung droht ihnen eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren. Einige der Angeklagten könnten sogar für bis zu 60 Jahre ins Gefängnis wandern.
Zu den Verhaftungen kam es nach einer weltweiten Fahndung von FBI und Interpol. Im November 2001 war der erste Fall in Dänemark bekannt geworden: Ein Ehepaar hatte die eigene elfjährige Tochter missbraucht und Kinderpornos ins Netz gestellt, wie dänische Medien am Samstag berichteten. Bei dem Paar fand die Polizei eine Namensliste von Leuten, die Kontakt zu dem Pornoring hatten. Im April wurden dann erstmals 25 Verdächtige festgenommen. Bislang weiß die Polizei von 45 Kindern im Alter von zwei bis 14 Jahren, die sexuell ausgebeutet und missbraucht wurden.
Samstag 10. August 2002, 13:54 Uhr
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